11.11.19

2 Seifenunfälle in einem

Heute wollten wir mal wieder Seifeln: Eine Seifentorte und einmal ordentlich Duschbuttervorrat für das nächste Jahr, wo ich vermutlich mit Baby nicht so gut dazu kommen werde.

Los ging es also mit der Seifentorte. Erstmal haben wir überprüft, welche Öle/Fette überhaupt noch gut sind, und welche wieder mal ranzig geworden sind. Ich dachte auch erst, unser Olivenöl wäre leer, und wir könnten garnichts machen, aber dann fanden wir noch einen 5-Liter-Kanister in der hinteren Ecke :D Mir war doch so, als hätten wir davon mal 3 gekauft und nicht nur 2. Also konnte das Projekt starten.

Während die Fette und Lauge abkühlten, schälte ich eifrig Aloe Vera und schabte es aus. Ich wollte auf 400g Gel kommen für beide Rezepte, das sind ne ganze Menge Blätter! Die Pflanzen sehen jetzt etwas aus wie gerupft, aber dazu habe ich sie ja :) Außerdem überlegten wir uns, welche Düfte gut zusammenpassen würden, und ich kippte die ins Öl. Wir gingen nur nach dem Duft, ich überprüfte keine Eigenschaften. Grober Fehler, wie sich herausstellen sollte!

Wir fanden 3 schöne Düfte, die waren aber leer, weit bevor wir die gewünschte Menge erreicht hatten. Also mussten mehr her. Wir schnupperten alles durch, um weitere passende zu finden, um auf eine ausreichende Menge zu kommen, dass man nachher auch noch was riecht. Vor allem wenn man Leute beschenken will ist Duft immer gut, da ja bekanntlich die erste Bewegung, wenn man die Seife in die Hand nimmt, die des schnupperns ist. Bei meinen eigenen Seifen brauche ich ja keinen Duft.

Ich gab die Düfte wieder direkt ins Öl. Dann kam die Lauge dazu und es wurde kurz püriert. Das ganze wurde sofort hart. Na toll: Blitzbeton. Später las ich ewas nach, und es lag wohl an einem der Düfte: Benzoe Siam, da das Alkohol enthält. Obwohl nur 5g noch in der Flasche waren, hat das echt das ganze Kilo Seife komplett erstarren lassen. Na großartig. Wir versuchten, das ganze noch etwas weiter zu pürieren, da ich oft gelesen hatte, dass das wieder weich werden könnte. Immerhin wurde es nicht noch schlimmer. Dann versuchten wir erstmal einen Teil in die Tortenstücke zu quetschen, den Rest zu färben und mit drauf zu matschen. Das ging nur noch mit Händen, da alles am Löffel kleben blieb.

Kurze Zeit später, fing das ganze schon an auszuschwitzen. Na toll, wie befürchtet: es trennte sich. Ich las kurz im Forum nach, aber die einzige Lösung die ich fand, war Not-OHP. Ich hatte heute zwar vor, eine OHP zu machen, aber nicht bei der Torte! Naja, hilft ja alles nichts. Also Crockpot rausgeholt, die ganze Pampe wieder aus den Formen gefingert, etwas mit den Handschuhen durchgematscht und in den Crockpot gedrückt. Auf Stufe 1 dann so 1,5h verseifen lassen. Danach konnte man es halbwegs mit dem großen Plastiklöffel durchrühren. Der dünne Plastikschneebesen schaffte das allerdings nicht.

Ich erhitzte dann noch etwas Joghurt mit Honig im Wasserbad und gab es für die Geschmeidigkeit dazu. Damit wurde das ganze tatsächlich schön cremig und man konnte es ganz gut in die (abgewaschenen, da klebte ja überall Lauge dran) Tortenstücken und weiteren Förmchen löffeln. Etwas glatt klopfen und wieder einpacken, dass es schön langsam abkühlt.

Und hier ist das finale Rezept:

700g Olivenöl
172g Kokosöl
128g Kakaobutter

140g Wasser (1:1)
120g Aloe Vera (in den SL)
         NaOH (für 8% ÜF)
        rotes und blaues Pigment gemischt für lila
3.8g  äth. Lavendelöl
2.2g  äth. Rosmarinöl
5.4g  äth. Benzoe Siam Öl (böse!!!)
10g   äth. Bergamotteöl
5g     äth. Krauseminzeöl
1.7g  äth. Zimtöl

nach der Verseifung:
262g Joghurt
100g Honig

Gesamtgewicht der Seife: 1781.1g

Dann konnte ich endlich mit der zweiten Seife anfangen. Die Lauge und Fette waren schon ewig am abkühlen, daher erwartete ich, auch ewig pürieren zu können, da das letztes Mal auch so war. Ich fing also an zu pürieren. Es war nicht direkt Blitzbeton, aber es wurde schon sehr schnell "Cremesuppe". Aber ich hatte dennoch das Gefühl, dass es ausreichend emulgiert war. Und ne OHP sollte es ja sowieso werden. Also kippte ich das ganze in den Crockpot, einfach so wie er war, so ein paar lila Flocken in der Seife sollten mich nicht stören, ist ja nur zum duschen gedacht. Nochmal 1,5h später sah das ganze etwas komisch aus: In der Mitte schwamm eine große Pfütze und außen sah es schon fast stellenweise verbrannt aus, aber das waren vermutlich eher die dunkellila Rückstände von der vorherigen Seife. Ich hatte vorher noch die restlichen Beisätze erhitzt und gab die nun einfach auf die Pampe drauf und fing an zu rühren. Am Anfang war alles total flüssig, und je mehr ich rührte, desto mehr dickte das ganze an und flockte fast schon aus und wurde immer dunkler. Am Ende sah das aus wie Tomatensauce oder Chili con Carne, total skurril! Ich weiß nicht, was das für eine Reaktion war. Vermutlich hätte ich während der 1,5h auch schon mal rühren sollen?

Ich löffelte das dann also auch in Förmchen und kippte es auch in die Kastenform. Ich hoffe, da kommt nachher Seife raus, dass das irgendwann mal fest wird.

Hier das Rezept:

500g Olivenöl
250g Sheabutter
250g Babassuöl

140g NaOH (für 2% Grund-ÜF, ca. 34% Endüberfettung)
400g Wasser

nach der Verseifung:
230g Babassuöl
6g     Hanföl
230g Rizinusöl
200g Joghurt
200g Aloe Vera Gel
100g Honig

Gesamtgewicht der Seife: 2506g

Fette/Öle der Seifentorte

Lauge der Seifentorte

Zusammengematschte Seifentorte im Crockpot


Erhitzen der Zugaben für die Seifentorte

Untere Pampe durchgeseifte Torte, oben drauf die Zusätze

Lauge der Duschbutter

Fette/Öle der Duschbutter

Cremesuppe

Verrührte verseifte Duschbutter mit Zusätzen. Bääähhhh

Abgefüllte Duschbutter und der Rest Seifentorte, der nicht in die Tortenstücken gepasst hat
Ich bin sehr gespannt, ob das was wird, oder alles in die Tonne muss! :/

7.11.19

Babynest

Ich habe letztens zwei süße Babynester genäht, zum Wenden, mit kuscheligem Winterstoff und glatter Baumwolle mit süßen Lamas für den Sommer. Da gibt es eigentlich nicht viel zu zu sagen, da ich einfach der Anleitung gefolgt bin. Nur das Schnittmuster habe ich mir selber hergeleitet. Hier ist die Anleitung.


2.4.19

Kefir

I might still make this nicer, but just to get you started:

1. DON'T USE METAL!
I'm not sure if stainless steel is fine, I haven't tried it. Just to be sure, I never let the grains touch any metal. I have a plastic filter and a plastic spoon that I use to separate the kefir drink from the grains when the drink is done.

2. My workflow
I put put the grains into a glass, add milk, and shake it a little to get any left kefir drink from the grains mixed into the milk. I then let it sit at room temperature (but not in direct sunlight) on my kitchen counter.
I also shake it softly after 12 hours, to mix everything again, to get a more creamy texture (but not so hard that I endanger the grains).
After 24 hours it's done. You'll see it gets noticeably thicker. You can try if you like the taste already or if you should leave it longer. Remember the plastic spoon! (it's surprising how little it makes a difference how many grains you have in there ... of course, if the ratio between milk and grains gets too large, it takes longer, but once it's "enough", it doesn't matter if it's "more than enough" or even "5x as much as enough". It just gets more sour, but isn't thick quicker ... just an observation)
I then shake it again just before filtering, to make it go through the filter better.
That's it. Start again from "put grains into a glass and add milk" and do it daily. I do it every morning. Every evening I shake softly.

3. Which Milk?
We use H-Milch (the long lasting milk that you find in the supermarket that is not in a fridge), because we read that all the germs have been killed that could potentially kill the grains. I've also heard of people using fresh milk. I rather play it safe, but feel free to experiment :)
Also, I've heard and read that you can use plant milk (soy, coconut, ...), but I've tried once with almond milk and didn't like the result. Please let me know if you try and it works for you :)
I've heard (and according to this source), that Kefir grains can survive on different kinds of sugar, like lactose, stahyose and sucrose. Therefore they should also be able to survive and grow in soy milk. But I haven't tried that.

4. To wash or not to wash the grains?
This is some kind of religion. Some people wash their grains every day, others every few times, like once a week, others only occasionally, and others never. In most sources I've read that when you wash it too often, it starts to get slimy. I've noticed a little slime on mine as well lately, although I don't wash it often (every few weeks or so). I assume it might be due to the fact that I just had too much grain volume compared to too little milk, but I'm not sure. Just to be sure it's not from washing, I don't wash often. Everyone must find that out for themselves.

5. When you want to take a break
  • If I just want to have a break of 1-3 days, I do everything as normal, but put it in the fridge instead of at room temperature. It basically pauses during that time. I take it out early enough to be ready for when I want it again. But then I've noticed it having more a taste of yeast, which I dislike. It tastes much better without this slowing down in the fridge.
  • For a little longer break, e.g. a two week vacation (I haven't tried this, but it sounds logical): Again put it in the fridge, but add a lot of milk thinned with water in a 50/50 ratio, just so the grains have enough food, but that it can't get so thick as normally Kefir does.
  • For a really long break: Put the grains into a container (Tupperware or the like), add a good amount of milk (e.g. 500g) and put it in the freezer. The milk is the food for the grains while cooling down and later heating up again. When you want to stop the break, just take it out of the freezer and let it rest for a day until it's all at room temperature again. Throw the "drink" away and prepare a new Kefir just like normal. The grains should recover instantly or after one iteration. I've tried this already twice and it worked wonderfully (for approx. 2 months freezing time).
6. What to do with all that Kefir?
Obviously you can't only drink Kefir. We immediately used it as a Yoghurt replacement on our breakfast muesli. But there's more:
I like to bake my own bread as well (Sourdough ... ask me if you want some :D ) and I love cream cheese on bread! Since we have Kefir, we make our own Cream Cheese/Curd/Tvorog:
After filtering the drink from the grains, put the drink into a dishcloth, close the top tight (so no fruit flies can get in) and hang it above the sink or a bowl. Let it rest for a few hours, so the whey can drip off. The longer you let it hang there, the "dryer" the result will be. Also, the mature the Kefir drink is the more sour the result will taste, which usually you want, so we usually let the Kefir rest for more than the 24 hours when we want to make cream cheese.
When it's not dripping any more, it can be called done (unless you want it more dry, just try a few iterations to find out what you like). When it's done, just take the cloth off and scratch the cream cheese into a bowl. It's now ready for consumption or can be seasoned to your liking.

Enjoy! And if you have questions, feel free to ask! :)

7.2.19

OHP Duschbutter

Meine Duschbutter ging zur Neige, daher musste ich nach fast einem Jahr mal wieder seifeln. Ich wusste schon kaum noch wie das geht, aber dank meines Blogs kam ich schnell wieder rein.

Ich musste erstmal gucken, welche Öle und Fette überhaupt noch gut waren, denn in der Zwischenzeit waren ein paar ranzig geworden. Das Rezept wurde folgendes:

GFM für die Grundseife sind 500g:
50% (250g) Olivenöl
25% (125g) Sheabutter
25% (125g) Babassuöl
40% (200g) Wasser
NaOH für eine Überfettung von 2%

nach der Verseifung sollte außerdem zugefügt werden:
100g Babassuöl
117g Avocadoöl (so wurde es leer)
50g Rizinusöl
100g Kefir (selbstgemacht :D )
100g Aloe Vera Gel (aus dem frischen Blatt)
50g Honig
5g Duftöl Vanille (geht nur bei OHP)
3g ätherisches Spekulatiusöl
3g ätherisches Zimtöl

Die Endüberfettung ist somit ca. 36%, wenn man Kefir, Aloe Vera Gel und Honig und die Düfte einfach in der Rechnung ignoriert. Ich weiß nicht, ob das so richtig ist. Kefir hat ja auch Fett, und insgesamt fügt es auch zum Volumen der Seife was zu, aber von den reinen Fetten sind 36% unverseift.

Als erstes rührte ich die Lauge an. Da ich eine OHP machte und mir die Temperaturen egal waren, kippte ich einfach das ganze NaOH in einem Schwung ins Wasser. Da gerade Winter ist, kühlte es dennoch recht schnell ab. Ich verwendete es bei ca. 39 Grad.

Da mir die Temperatur ja egal war, kippte ich einfach das Olivenöl auf das Babassuöl und die Sheabutter und schmolz alles zusammen. Das war dann bei ca. 50 Grad, als die Lauge dazu kam.

Es blieb ewig flüssig, ich konnte pürieren so viel ich wollte. Cremesuppenkonsistenz könnte man es genannt haben, aber "gezeichnet" hat es nicht. Aber muss es ja auch nicht. So konnte ich es ohne große Verluste in den Crockpot kippen und ihn auf Stufe 1 anschalten.

Diesmal war es mir nicht ganz so eindeutig, wann das ganze fertig war. Letztes Mal hatte sich oben eine feste Schicht, fast eine Art Deckel, gebildet, der sich am Rand anhob und darunter kam eine Art Schaum zum Vorschein. Diesmal sah es etwas undefinierter aus, der Schaum bildete sich am Rand, obwohl in der Mitte noch ein flüssiges Loch zu sehen war. Irgendwann sah es auch da fest aus. Nach ca. 1,5 Stunden nahm ich das ganze als fertig an und erhitzte das Babassuöl, Avocadoöl, Rizinusöl und Honig zusammen im Wasserdampf. Der Honig mischte sich nicht unter, wurde aber weich. Als es knapp 70 Grad hatte, stellte ich den Herd ab, nahm den Deckel von der Seife und rührte das ganze mit dem Plastikschneebesen durch. Es war schön weich und cremig, überhaupt nicht fest. Es bestand den Küsschentest, und so gab ich das Öl mit Honig dazu, und auch gleich den Kefir, die Aloe Vera und die Düfte und rührte kräftig weiter. Es wurde jetzt schon deutlich fester, aber ließ sich noch gut rühren.

Dann füllte ich die Pampe in Einzelförmchen, da ich die nächsten Tage nicht da sein werde und Angst habe, einen Block danach vielleicht nichtmehr schneiden zu können, obwohl ich vermute, dass sie eher recht lange weich bleiben wird. Das füllen in die Einzelförmchen ging super. Die Pampe wurde nicht schnell fester, ich hatte Zeit. Sie hatte eine tolle Konsistenz zum Förmchen befüllen.

Jetzt schläft sie, mal sehen, was draus wird!
frischer Seifenleim im Crocki

Nicht ganz sicher, ob der schon fertig ist. Lieber noch gelassen.

Fertig, alles drin, kann abgefüllt werden.


20.1.19

Muehlenbrot mit Lievito Madre

Vor einiger Zeit waren mein Vater mit Freundin, mein Freund und ich irgendwo in Brandenburg in einer Mühle essen. Dort gab es selbstgemachtes Mühlenbrot, das beste Brot meines Lebens! Ich suchte also nach einem Rezept für Mühlenbrot und stieß auf mehreren Seiten immer auf das gleiche Rezept von Dan Lepard, vielfach zitiert. Meine Quelle ist hier: Quelle. Statt normalem Weizensauerteig wollte ich einfach meinen Lievito Madre nehmen. Ich rechnete die Mengen dann auf meine gusseiserne Topfgröße um und hier ist es:

400 g 
Weizensauerteig (Lievito Madre)
440 g 
Wasser 20°C
480 g 
Weizenmehl 550
240 g
 Vollkornweizenmehl
80 g
 Roggenmehl
3 TL Feines Meersalz


In dem Rezept wird das Brot viel gedehnt und gefaltet alle paar Minuten. Beim ersten Mal habe ich das auch genau so gemacht. Eine Woche später habe ich es nochmal gebacken, aber genauso wie mein Roggenbrot geknetet, nämlich einfach alles in der Küchenmaschine verknetet, eine halbe Stunde gewartet, dann nochmal in der Maschine geknetet, dann zu einer Kugel geformt, auf dem Dauerbackpapier in meinen gusseisernen Topf gegeben, oben mehrfach eingeschnitten, und ca. 5 Stunden gehen lassen. Das Brot wurde genau gleich, allerdings waren beide Brote so sehr aufgegangen, dass sie den Deckel erreichten. Der erste Teig klebte aber nicht am Deckel, der Deckel ließ sich sauber anheben. Der zweite Teig klebte fies, sodass ich mit einem Teigschaber den Teig lösen musste. Fertig gebacken waren aber beide Brote gleich, würde ich sagen. Vielleicht war das 2. ein klein wenig krümeliger.

Auf jeden Fall ein wunderschönes Brot, das ich bestimmt öfter backen werde!







Pizza mit Lievito Madre

Um meinen Lievito Madre am Leben zu erhalten, muss er ab und zu gefüttert werden. Dabei entsteht schonmal eine ganze Menge. Ich dachte darüber nach, was ich neben Brot noch backen könnte, und kam auf Pizza, die wohl traditionell mit Lievito Madre (LM) hergestellt wird. Ob die Italiener das heute noch tun, weiß ich nicht.

Ich fand dann ein vielversprechendes Rezept bei meinem Lieblingsbackblog: hier. Dort steht was von Hefe, aber unten in den Kommentaren steht, wenn man nur LM nehmen und auf Hefe verzichten möchte, soll man einfach doppelt so viel LM nehmen. Da meiner noch nicht ganz so triebkräftig war, nahm ich einfach noch mehr. Schadet ja nichts. Ich nehme also:

  • 800 g Pizzamehl Typ 00 (ital. Bezeichnung), alternativ 550er Weizenmehl
  • 480 g Wasser
  • 20 g Salz
  • > 200 g Lievito Madre
  • 25 g Olivenöl

Seither haben wir schon 3-4x Pizza nach diesem Rezept gebacken. Es wird wirklich sehr lecker! Davon haben wir nur 1x den Teig auch 2 Tage gehen lassen, sonst immer maximal 1 Tag, und der mit 2 Tagen war wirklich besser! Sehr fluffig, ließ sich toll ausrollen. Und lecker waren sie alle!

Wir rollen sie immer für ein ganzes Blech aus. Die Menge Teig oben reicht für 4 ganze Bleche. Die Pizza wird dann sehr dünn, aber genau so ist sie gut! Beim ersten Mal haben wir nur 2 Bleche bei gleicher Teigmenge gebacken und das war etwas zu dick und dann nicht richtig durch.

Im Rezept steht erst einen Teil der Zutaten vermischen und dann den Rest zugeben. Vielleicht wegen der Hefe, die ich ja weglasse. Jedenfalls hatte ich beim letzten Mal aus Versehen gleich alles in die Schüssel gegeben und einfach geknetet, das ging auch wunderbar. Ich werde also zukünftig nichts mehr aufteilen.

Fotos habe ich leider bisher keine gemacht. Aber die nächste Pizza kommt bestimmt :)

Lievito Madre

Seit einiger Zeit habe ich auch echten italienischen Sauerteig, wie die Italiener ihn für Chiabatta und Pizzateig, zumindest traditionell, nutzen. Ich bekam ihn von meinem Bruder und füttere ihn seither weiter. Wie man ihn selbst ansetzt ist hier beschrieben: Quelle. Ich habe das wie gesagt nicht selbst gemacht, aber da mir dennoch auch mit der Führung und längeren Ruhepausen Anfangs nicht alles klar war, habe ich dort auch Fragen in die Kommentare geschrieben, welche super schnell beantwortet wurden! Echt super nett!

Den ersten Teig, den ich von meinem Bruder bekam, habe ich direkt erstmal umgebracht. Ich hatte so viel im Internet rumgelesen, wie man mit Lievito Madre (LM) umgeht und einige youtube videos geguckt, dass ich die Intuition verlor. Ein youtube video empfahl 70 Grad warmes Wasser für die Führung. Das machte ich dann auch, und habe damit vermutlich alle (guten) Bakterien abgetötet. Da ging also einfach garnichts mehr.

Dann bekam ich von meinem Bruder nochmal einen Ansatz, für den zweiten Versuch. In der Zwischenzeit hatte ich obigen Blog gefunden und war froh über die schnellen Antworten. Ich machte es also jetzt wieder mit zimmerwarmem Wasser und gutem Dinkelmehl, alles nach Maß. Das ging auch super, der Ansatz kletterte schnell übers Glas. Dann wurde mir das ständige Wiegen etwas lästig, und so fing ich an, einfach nach Gefühl etwas Wasser dazuzugeben, das ganze zu verrühren bis es eine homogene Suppe war, und dann so viel Mehl dazuzugeben und unterzurühren, bis mir die Konsistenz gefiel. Schon recht fest, aber so, dass man es noch gerade so mit einem Chinastäbchen rühren/kneten/falten kann. Den Tipp bekam ich auch von meinem Bruder, der damit den Abwasch minimiert ;) Ein Chinastäbchen ist schnell geputzt, und falls es mal durchbricht weil der Teig zu fest war, ist der Verlust nicht so groß. Meine Stäbchen sind allerdings sehr stabil :)

Wenn der Ansatz schön gegangen ist und schön Blasen wirft, tue ich ihn in den Kühlschrank. Ein paar Tage bevor ich ihn wieder brauche hole ich ihn raus und fange an wieder zu füttern, da er recht schnell an Aktivität verliert, die dann aber auch wieder zurückbekommt.

Letztens war ich dann 5 Wochen im Urlaub. Zur Sicherheit habe ich ein bisschen LM getrocknet. Den Rest ließ ich im Kühlschrank stehen und hoffte, dass es gut ginge. Nach meiner Rückkehr hatte sich auf dem LM dann eine schwarze Suppe gebildet, die aber nicht schlimm roch, am ehesten nach Essig. In obigem Blog fragte ich nach und sie sagte mir, dass das vermutlich Hungerhefen seien. Wie empfohlen entfernte ich die Suppe und die obere Hälfte des Teiges, füllte die untere Hälfte in ein sauberes Glas und fütterte ein paar Mal, und sieheda, er erholte sich wieder! Unglaublich! Seither ist er wieder ganz der alte :)

Ich freue mich über mein neues Haustier. Es heißt übrigens Lucy :D

Nachtrag: Mittlerweile habe ich meinen Ansatz dann doch zu lange ignoriert und er ist geschimmelt. Da war garkeine Frage mehr, ob das noch gut ist oder nicht, das war eindeutig Schimmel! Also weg damit. Ich versuchte dann also, den getrockneten Ansatz zu reaktivieren. Es brauchte ein paar Iterationen, ging aber wieder ganz gut los! Hat also wunderbar funktioniert :) Ein schoener Backup! Und wenn es dann doch mal zu schwergaengig sein sollte, kann man wohl auch mal eine Messerspitze Honig dazugeben (aber nur sehr selten), um ihn wieder in Schwung zu bringen.


vor dem Gehen (ist fester als es aussieht)

vor dem Gehen (die Luftblasen kommen daher, dass der Teig recht fest und ungleichmäßig ist)

Nach dem Gehen

Nach dem Gehen