7.8.21

Eingekochte Hühnersuppe

In letzter Zeit habe ich interessante Gelüste und Abneigungen. So hatte ich gestern Lust auf Hühnersuppe und einen Tag in der Küche, was sich vorzüglich trifft. Die Suppe wollte ich dann einkochen, um die Gläser haltbar und sofort griffbereit zu haben. Sicher, einfrieren wäre einfacher, aber erstens ist der Tiefkühler schon halbwegs voll und Platz darin immer rar, und zweitens habe ich besonders bei Hühnersuppe meist ziemlich spontan Lust darauf und kann dann nicht erst warten, bis sie aufgetaut ist. Man muss zwar den Ofen eine ganze Weile laufen lassen (wenn man keinen Einkochtopf hat), aber eine gefrorene Suppe im Topf schnell aufzutauen erfordert auch Energie, und wenn man eine Hühnersuppe selbst kocht, kommt da immerhin immer eine ganze Menge zusammen, sodass es sich wenigstens lohnt. Für ein Glas sollte man den Ofen nicht anheizen.

Ein Suppenhuhn bekam ich leider nicht, also musste ein "Hühnchen" herhalten, immerhin Bio. Etwas kleiner als im Rezept verlangt, aber so passte es wenigstens im ganzen locker in unseren 15L Topf. Gut abgewaschen natürlich. Gemüse drauf, 5L kaltes Wasser drauf, und losgekocht. Den abzuschöpfenden Schaum suchte ich allerdings vergeblich, vielleicht, weil es eben kein Suppenhuhn war?

Das Rezept war übrigens folgendes: https://emmikochteinfach.de/klassische-huehnersuppe/

Die Gläser sterilisierte ich folgendermaßen: Einmachgläser und Deckel bei 150 °C im Ofen fünf Minuten backen.

Praktischerweise hatte ich vorher direkt ein paar neuseeländische Mince Pies gebacken (https://food52.com/recipes/76077-new-zealand-style-beef-cheddar-pies) sodass der Ofen sowieso heiß war. Die Suppe dauerte zu dem Zeitpunkt noch eine ganze Weile, bis sie abgefüllt werden konnte.

Nach zwei Stunden kochen war das Huhn dann so weich, dass es von sich aus zerfiel und ich es kaum aus dem Topf heben konnte, nur in vielen Einzelteilen. Das war ein gutes Zeichen ☺️ das Fleisch fummelte ich mit der Hand von Knochen und Haut ab und sammelte es für die Suppe. Die Brühe wurde durch ein Sieb gegossen und natürlich aufgefangen, das Gemüse war ausgelaugt und konnte weg (hätte man vermutlich noch essen können). Neues Gemüse in die Brühe, 10 Minuten gekocht, Fleisch dazu, fertig.

Als die Suppe fertig gekocht war, füllte ich sie durch den Einmachtrichter in die Gläser, um den Rand nicht zu beschmutzen. Dann setzte ich die Deckel auf: Weckdeckel mit Gummiring und Klammern, Schraubdeckel schraubte ich fest zu. Wir waren uns da erst nicht sicher, ob die Deckel nur locker aufliegen sollten oder fest zugeschraubt werden sollten, aber Matthias meinte nach kurzer Recherche eine Quelle gefunden zu haben, die von zuschrauben sprach.

Die Gläser stellte ich dann auf ein mit heißem Wasser gefülltes Backblech auf der untersten Schiene des Ofens. Auf dem Backblech im Wasser lag noch ein Geschirrtuch, angeblich dass die Gläser nicht so klappern. Ob das nötig ist, weiß ich nicht, aber es hat tatsächlich nichts geklappert.


Dann stellte ich den Ofen auf 175°C bis der Inhalt der Gläser anfing zu blubbern (das dauerte eine ganze Weile, obwohl der Inhalt ja schon heiß war), und reduzierte die Temperatur dann auf 150°C und setzte den Timer auf 90 Minuten. Nach den 90 Minuten nahm ich die Gläser aus dem Wasserbad und stellte sie auf ein Handtuch auf einem Brett zum Abkühlen. Kurze Zeit später begannen die Schraubdeckel nach innen zu ploppen: das Vakuum bildete sich. Bei allen bis auf einem hat das funktioniert.

Da das Huhn eiweißhaltig ist, soll ich das nach mindestens 24, besser 48 Stunden nochmal wiederholen. Dabei werde ich das undichte Glas einfach nochmal mit reinstellen und gucken, ob sich dann das Vakuum bildet. Und wenn nicht haben wir schon ein Glas, das wir direkt öffnen können um zu gucken, ob das Gemüse nun völlig zerkocht ist oder nicht.

Glücklicherweise blieben nach dem abfüllen der Gläser noch genau zwei kleine Schüsseln Suppe übrig, die wir direkt zum Abendbrot essen konnten. Dabei fiel mir auf, dass ich komplett das Würzen und Abschmecken vergessen hatte. Es hätte etwas Salz vertragen können, war aber auch so sehr gut. Nachsalzen geht immer ☺️

Am übernächsten Tag wiederholte ich dann die Prozedur im Ofen. Natürlich dauerte es diesmal noch viel länger, bis es anfing zu blubbern und ich auf 150 Grad reduzieren konnte. Die Klammern der Weckgläser ließ ich drauf, weil ich vermutete, dass sich überall der Unterdruck wieder lösen würde und sich danach neu bilden müsse. Bei den Weckgläsern sieht man das ja nicht so gut, bei den Schraubgläsern umso besser: da hatten sich alle Deckel wieder nach oben gewölbt. Leider zogen sich danach nur drei von fünf wieder nach innen und bildeten den Unterdruck, sodass zwei Gläser undicht waren. Bei den Weckgläsern waren alle dicht.

Die zwei offenen Gläser machten wir am nächsten Tag zum Mittag warm. Wie erhofft: alles durch, aber nicht zerkocht oder bröselig, genau richtig! ☺️ Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis!

30.5.21

erstes Sauerteigbrot nach einer ganzen Weile!

Ich musste erstmal meine anderen Einträge wieder lesen, um zu wissen, was ich tat. Gut, dass ich sie geschrieben habe ☺️ und nur aus dem Grund schreibe ich auch heute wieder auf, was ich genau gemacht habe.

Der Sauerteig war mittelmäßig aktiv.

Das Rezept:
400g LM
400g Roggenvollkornmehl
400g Dinkelvollkornmehl
ca. 500ml Wasser
3 TL Salz

Alles zusammen in die Rührschüssel, allerdings kam etwas Wasser erst später dazu. Da entschied ich, dass da noch mehr Wasser rein kann. Das hatte den praktischen Effekt, dass sich der Teig super von der Schüssel löste. Ich wartete also garnicht, bis das ganze Wasser im Teig verarbeitet war, sondern nahm den Teig einfach in die Hände und fing an, ihn zu falten. Das hätte ich aber deutlich länger machen müssen, um einen glatten Teig zu erzeugen, die Geduld hatte ich in dem Moment aber nicht. Also gab ich ihn, furchig wie er war, in meinen gusseisernen Topf. 

Nach 4-5 Stunden Gehzeit ließ ich den Topf im Ofen vorheizen, nach insgesamt knapp 6 Stunden Gehzeit kam das Brot in den Ofen bei 250 Grad. Direkt danach stellte ich den Ofen schon auf 180 Grad runter und den Wecker auf eine Stunde.

Optisch ist sie gut geworden. Angeschnitten wird morgen ☺️

Minimal krümelig ist es geworden, aber sonst wieder toll lecker!

14.5.21

Test: Nassfilzen

Ich möchte bald mit zwei Freundinnen Hausschuhe filzen 😀 dafür möchte ich aber das filzen erstmal etwas üben. Besonders, wie viel Material ich brauche, um welche Enddicke zu erreichen. Dann kann jeder entscheiden, wie dick der Schuh nachher werden soll. Soweit die Theorie. Mal sehen, wie gut das klappt.

Erstmal nehme ich dafür einfach eine kleine Fläche Wolle und filze das zu einer kleinen Platte. Das ganze dann nochmal mit zwei Schichten, für ein doppelt so dickes Ergebnis.

Die kleine Fläche hat in meinem Fall 5g Wolle. Die doppelte Dicke hat 9g.
Es ist tatsächlich um einiges geschrumpft. Ich musste eine ganze Weile schrubbeln. Das Ergebnis ist aber sogar bei der einzelnen Schicht super reißfest! Aber für Schuhe sollten es schon eher 2-3 Schichten sein.

24.4.21

Kombucha Tipps von Falko

- 60g Zucker pro Liter
- 7g Tee pro Liter
- alles, was mit Scobies in Berührung kommt (also auch der Topf, in dem der Tee gekocht wird), mit Essig reinigen. Mit der Sauberkeit übertreiben!: Entweder pur mit Essigessenz oder mit Wasser gemischt 1:1. Erst abwaschen, gut nachspülen, dass keine Spülmittelreste mehr dran sind! dann essig wasser.. mehrfach rumschwenken, danach das essigwasser in eine schale und auch die teile vom hahn etc da drin enige minuten liegen lassen. und hinterher wieder alles mit klarem wasser ausspülen. dabei nactürlich  saubere hände haben ist logisch.
- für neuen Ansatz einfach über Zapfhahn zapfen, den Rest evtl. Noch ein paar Tage nachsäuern lassen, und dann neuen Tee von oben drauf. Oder den Tee aus dem Hotel nehmen, der ist ja sauer genug.
- wenn die Mischung am Anfang zu sauer ist, ist das super gegen Schimmel, aber die Hefen sind dann evtl. Nicht aktiv genug um den Zucker zu verwerten und damit wird das ganze evtl. nicht weniger süß. Aber es muss von Anfang an leicht sauer schmecken.
- Grundreinigung nur alle 6-7 Durchgänge/ 2-3 Monate
- bei Grundreinigung, Scobies sauber machen

6.2.21

Kuchen im Weckglas

Wir wollten nicht jedes Wochenende zum Kuchenbäcker auf der anderen Seite des Nymphenburger Parks laufen müssen, und für zwei Stücken Kuchen den Ofen anzuschmeißen klang sehr unökonomisch. Einen ganzen Kuchen zu backen und dann essen zu müssen schien wiederum nicht gut für die Linie zu enden. Also kam ich auf die Idee, Kuchen im Weckglas zu backen. Brot im Weckglas habe ich ja früher regelmäßig gemacht. Also ein Rezept gesucht und los.

Dieses Rezept sollte es werden: https://eatsmarter.de/rezepte/kuchen-im-weckglas (Rezept in Kopie am Ende des Beitrags)
Allerdings habe ich ja große Gläser und nicht so kleine. Im Endeffekt habe ich die Mengen im Rezept verdreifacht, um einfach 6 meiner großen 750ml Gläser zu füllen.

Der Eischnee wollte ewig nicht fest werden, aber bei 12 Eiern dauert das vielleicht auch einfach. Ich habe die Schüssel zwischendurch 2x nach draußen gestellt (es ist Winter), um es abzukühlen, weil ich gelesen habe, dass schwedische Wissenschaftler herausgefunden haben, dass Eiweiß nicht fest wird, wenn es zu warm ist. Es wurde dann letztendlich auch hinreichend fest. Keine Ahnung, ob das schon gereicht hat. Im Rezept stand auch "abwechselnd Eischnee und Mandeln mit Maisstärke vorsichtig unter die Masse heben". Ich fragte mich, warum, also rührte ich einfach erst die Mandeln mit der Maisstärke unter, und "hob" dann den Eischnee darunter. Von "unterheben" konnte aber keine Rede sein, der Schnee blieb nicht fest, weil die Masse zu fest war. Vielleicht deshalb abwechselnd nach und nach, oder war der Eischnee doch noch nicht fest genug.

Dann abgefüllt und ab in den Ofen. In einem anderen Rezept mit großen Gläsern stand, dass das ganze eine Stunde backen soll. Und tatsächlich war die Stäbchenprobe nach einer Stunde erfolgreich und der Kuchen oben am Rand nur ganz leicht schwarz. Und schön aufgegangen ist er, bis zum oberen Rand. Etwas mehr, und ich hätte die Deckel nicht mehr drauf gekriegt.

Die Deckel waren die letzte große Frage. Das Ziel war ja ein haltbarer Kuchen. Im Rezept steht was von einem Wasserbad im Ofen bei 100 Grad, in dem die Gläser stehen sollten. Aber ich konnte mir das nicht so richtig vorstellen. Sollten die Gläser im Wasserbad verschwinden? Zu groß. Sollte der Deckel unter Wasser sein? Also kopfüber? Wenn nicht, und die Gläser nur unten im Wasser stehen, was soll dann das ganze? Luftfeuchtigkeit? Ich entschied mich, das einfach genau so zu machen, wie ich das beim Brot damals gemacht hatte. Also davon nochmal ins Rezept geguckt ...

In meiner Anleitung zum Brot stand folgendes zum Umgang mit den Deckeln:
● In der Zwischenzeit die Gummiringe in kaltes Leitungswasser legen und dort liegen
lassen bis die Brote fertig sind.
● Am Ende der Backzeit Ofen aus, vorsichtig die Glasdeckel entfernen und dann den
Ofen wieder schließen, und die Glasdeckel auf einem Brett/Küchentuch auskühlen
lassen (Achtung, nicht auf was kaltes legen, dann kann das Glas springen)
● Wenn man die Glasdeckel gut anfassen kann, den Ofen öffnen, nun je ein Glas
herausnehmen, einen Glasdeckel mit nassem Gummi versehen, das Glas
verschließen, die Klammern aufdrücken und das Glas Kopfüber auf ein Brett stellen.

Das Brot hatte ich mit den Glasdeckeln gebacken, den Kuchen allerdings ohne. Nach der Stäbchenprobe habe ich also einfach den Ofen ausgemacht, dann je ein Glas aus dem Ofen genommen, einen nassen Gummiring auf einen Deckel gedrückt, den Deckel auf das Glas gedrückt und die Schnapper befestigt. Das ging dank der zimmertemperierten Deckel wunderbar mit blanken Händen. Dann die Gläser kopfüber auf ein Brett gestellt (natürlich nicht mit blanken Händen).

Jetzt bin ich gespannt, wie lang das hält. Die Brote hatten so ja über ein Jahr gehalten und waren dann noch lecker wie am ersten Tag.
Nachtrag: den letzten Kuchen haben wir am 16.5. gegessen, da war er noch sehr lecker, wie frisch gebacken! 3,5 Monate hält er also schon mal locker ☺️

Erster Test: alle Gläser sind dicht geworden.
Der Kuchen: schmeckt grandios! 🤤 Fast wie Lavacake! Göttlich! 🤤🤤🤤

Zutaten für 6 Gläser zu je 750ml Fassungsvermögen:

16.4.20

Windelüberhose

Wir sind frischgebackene Eltern :) Und da wir es nicht mit unserem Gewissen vereinbaren können, bis zu 5000 Wegwerfwindeln mit unserem Baby zu verbrauchen, wickeln wir mit Stoff (und probieren Teilzeit-Windelfrei :) ).

Und da ich auch gerne nähe, wollte ich auch ein paar Überhosen selbst nähen, besonders, weil die fertigen Windelüberhosen echt teuer sind! Eine solche teure Überhose habe ich mir gegönnt, um sie als Vorlage für meine eigenen zu verwenden ;)

Nachdem ich nun festgestellt habe, dass das Muster gut funktioniert, wollte ich es quasi replizieren. Ich malte es mir also auf Papier, wobei ich die Gummizüge maximal dehnte. Ich fügte ringsrum 1cm Nahtzugabe zu. An den Beinbündchen plante ich einen Tunnelzug für das Gummiband, doppelt eingeschlagen, daher gab es hier doppelte Nahtzugabe.

Oben und unten (vorne und hinten am Baby) sollten Laschen entstehen, in die man später Mullwindeln gefaltet legen kann. Außerdem ist es so kuscheliger fürs Baby (zumindest wenn man sie aus Fleece macht, wie ich das vor hatte) und die Vorlage hatte das auch. Also kopierte ich nochmal das obere und untere Ende auf Papier für die Fleecelaschen und fügte noch 2cm Nahtzugabe an der Öffnung an, 1cm für die echte Nahtzugabe und 1cm weil ich wollte, dass es über den Tunnelzug der Beinbündchen ragt, sodass die Tunnelzüge am Ende in der Naht der Lasche verschwinden sodass ich die Öffnungen nicht mehr sehe.

Dann schnitt ich noch einen Streifen PUL ab, der genauso lang war wie meine vordere Lasche breit war, als Verstärkung für die Snaps. Dann befestigte ich die ganzen vorderen Snaps (alles weibliche Teile, 10 Stück) an den gleichen Stellen wie in der Vorlage.

Ich nähte alles mit einer Mikrotex-Nadel, wie es für PUL empfohlen wurde. Ich wählte auch die kleinste Nadel, die ich hatte, um möglichst kleine Löcher zu erzeugen. Das Ganze soll am Ende ja möglichst Wasserfest sein.
Der Teflonfuß den ich extra für das PUL gekauft hatte passte leider nicht (Die Nadel schlug auf den Fuß auf). Aber auch mit meinem normalen Nähfuß ging das super, klebte nix.

Dann schlug ich die Nahtzugaben der Beinbündchen doppelt ein, um den Tunnelzug zu erstellen. Dabei klappte ich das ganze nach außen, sodass also die wasserfeste Beschichtung nach außen zeigt, um nicht die Stoffseite an der Innenseite der Windel zu haben und somit das Risiko zu erhöhen, dass der Stoff Feuchtigkeit nach außen zieht. Die Tunnelzüge nähte ich dann knappkantig an der Innenkante fest. Dann zog ich den Gummi mithilfe einer kleinen Sicherheitsnadel ein und nähte es an beiden Enden fest.

Dann nähte ich an der hinteren Lasche auch die Nahtzugabe knappkantig um, zog den Gummi ein und nähte ihn an den Markierungen fest. Ich wählte jeweils den Gummi so lang, wie er in der Vorlage zusammengezogen lang war. Mein Gummiband ist leider etwas fester als das in der Vorlage, das wesentlich weicher und elastischer ist. Daher muss ich nun hoffen, dass das nachher passt.

Bei der vorderen Lasche nähte ich einfach die Nahtzugabe der offenen Kante um, nicht knappkantig, da hier kein Gummi hinkommen sollte. Wobei das Fleece (ich hatte einfach eine Fleecedecke von IKEA genommen) soweiso nicht ausfranst. Aber stabiler wird es so schon.

Dann nähte ich die vordere Lasche ringsrum rechts auf rechts auf das vordere Ende des PUL, schnitt die Nahtzugabe des PUL zurück, sodass es hinter der Nahtzugabe des Fleeces verschwindet, wieder um keine Feuchtigkeit zur Naht hin zu ziehen. Dann wendete ich die Lasche, arbeitete die Kante schön aus, und steppte die Kante knapp ab.

Dann kam die hintere Lasche, die nähte ich auch erstmal ringsrum rechts auf rechts auf das PUL (natürlich blieb die offene Kante offen). Dann nähte ich die beiden Enden des Gummizugs direkt unter die gerade entstandene Naht. Dann wendete ich die Lasche, arbeitete rechts und links die Kante schön aus und steppte sie ab. An den Stellen, wo das Gummiband angenäht war, nähte ich etwas Richtung Windelmitte (ca. 1cm) und dann parallel zur äußeren Kante entlang, sodass ein Tunnelzug für das Gummiband entstand.

Dann kamen noch die männlichen Snaps auf den Flügeln der hinteren Lasche und schon war die Windelüberhose fertig ;) Ich hoffe sie passt! Müssen wir morgen gleich mal testen ;)

1x PUL

Hintere Lasche, 1x Fleece

Vordere Lasche, 1x Fleece






Hier sieht man die weißen Beinbündchen. Das ist das nach außen geschlagene PUL.

Es ist nun bereits etwas her, dass ich die Überhose genäht habe. Wir haben sie selten verwendet, weil recht schnell ein Druckknopf an der hinteren Leiste unter das Fleece gerutsch ist, weil sich das Fleece so stark gedehnt hat. Damit hielt die Lasche auf der Seite nur noch an einem Knopf. Außerdem wirkte die Überhose mit nur einer halben Mullwindel als Einlage zu groß. Aber letztens sind uns gleichzeitig 5 Überhosen undicht geworden, und eine erneute Beschichtung hat sich leider in der Waschmaschine wieder abgelöst, und so haben wir sie dann entsorgt. Plötzlich standen wir also nur noch mit 3 Milovias (ich hatte nochmal schnell 2 gekauft, als ich von der Geschäftsaufhabe erfuhr) und meiner selbst genähten da.
Seit den undichten Überhosen tun wir außerdem wieder 2 halbe Mullwindeln rein (also im Endeffekt eine 80x80), weil die einzelnen immer tropfnass waren, sodass die Größe auch wieder besser passt. Und den Druckknopf habe ich entfernt, das Fleece an der Stelle zugenäht und einen neuen Druckknopf angebracht. Schade um den intakten Druckknopf, aber ich habe ihn einfach nicht wieder hinter dem Fleece hervor bekommen.
Jetzt haben wir wieder eine voll intakte, funktionsfähige Überhose. Und falls wir wieder auf einzelne Lagen Mull übergehen, kann ich immernoch die Verkleinerungsdruckknöpfe anbringen.

Also entschloss ich mich, noch eine Überhose zu nähen, während wir auf die Bestellung der neuen warten. Nach einiger Recherche habe ich 3 verschiedene zum ausprobieren bestellt, weil es die gerade entsorgten auch schon nicht mehr gibt. Die hatte ich ja auch schon gebraucht gekauft, wer weiß, wie alt die waren. Haben bestimmt ihren Dienst schon erfüllt.

Heute kam also Version 2. Ich bin dem Schnittmuster treu geblieben und bin der Anleitung hier gefolgt, daher berichte ich nur von den Änderungen:
Abgesehen von einem Fehler, als ich Fleece und Pul leider rechts auf links zusammengenäht hatte, und den Fehler erst bemerkte, als ich die Nahtzugabe bereits zurückgeschnitten hatte, verstärkte ich diesmal die hintere Lasche gleich mehrfach, um diesmal ein ausreißen zu vermeiden: erstens bügelte ich Wonder Dots gegen das Fleece an den Stellen, an denen später die Knöpfe sitzen sollten, und dann nähte ich auch noch einen Streifen Pul dahinter, und zwar quer im Fadenlauf, also so, dass es sich nicht mit dehnt, wenn man an der Lasche zieht um den Knopf zu öffnen. In gleicher Weise habe ich auch den Pul Streifen zur Verstärkung der vorderen Lasche quer im Fadenlauf gewählt. Hoffentlich hält das diesmal.
Die Gummis habe ich auch tendenziell etwas fester konzipiert, dass auch alles schön fest hält. Ich hatte bei der ersten nämlich nicht das Gefühl, dass da irgendwas einschneidet sondern eher, dass sie locker sitzt. Das kann aber auch nur der Eindruck durch das Mehr an Material sein, das eigentlich durch weitere Druckköpfe verkleinert werden müsste.

Ich bin mit dem Ergebnis soweit jedenfalls sehr zufrieden ☺️ jetzt muss sie noch getestet werden.

20.2.20

Improvisiertes Brot mit Lievito Madre

Ich wollte mal wieder ein Brot backen, aber gerne mal wieder was neues. Ich hatte aber keine Lust, mich wieder durch ewig viele Rezepte zu wühlen und die ganze Hefe, die da eigentlich immer drin auftaucht, rauszurechnen. Insgesamt hatte ich Lust auf ein dunkleres Brot als sonst, aber "Schwarzbrot mit Lievito Madre" brachte keine Ergebnisse. Also nahm ich einfach mein normales Rezept, addierte alles Mehl zusammen, und erstellte somit ein Basisrezept. Sauerteig sollte ja jedes Mehl zum gehen bringen, also dachte ich mir, kann ich dann einfach beliebige Mengen gewünschten Mehls zusammenkippen, solange ich auf die gleiche Menge komme. Nur was das Wasser anbelangt müsste man dann evtl. variieren, da jedes Mehl ja unterschiedlich Wasser aufnimmt.

Das Basisrezept war also folgendes:

400g LM
440g Wasser
800g Mehl
3 TL Salz

Da ich ein dunkleres Brot wollte, wurde die Hälfte des Mehls direkt erstmal zu Roggenvollkornmehl. Den Rest ergänzte ich aus Dinkelvollkornmehl und Weizenvollkornmehl, weil ich diese Mengen gerade da hatte. Ausserdem gab ich Sonnenblumenkerne, Chiasamen und Sesam dazu, einfach frei nach Schnautze. Ich stellte dann fest, dass der Teig noch recht fest war, also gab ich auch nochmal 100g Wasser dazu. Dann war er zwar sehr weich, fast schon flüssig, aber es ist ja immer gut, viel Feuchtigkeit im Brot zu haben, also wagte ich den Versuch. Außerdem war ich nicht sicher, wie viel Feuchtigkeit die Chiasamen noch rausziehen würden.

Das fertige Rezept war also folgendes:

400g LM
540g Wasser
400g Roggenvollkornmehl
350g Dinkelvollkornmehl
50g Weizenvollkornmehl
3 TL Salz
Sonnenblumenkerne
Chiasamen
Sesam

Das wurde wie gewohnt in der Küchenmaschine gut geknetet, nach einer halben Stunde nochmal. An der Konsistenz änderte sich in der Zwischenzeit nichts, also haben die Chiasamen da doch nichts weggesüffelt. Um die Masse aus dem Topf zu kriegen gab ich Olivenöl an den Rand und schob das mit einem Teigschaber am Rand entlang nach unten, bis ich die Masse in meinen gusseisernen Topf mit Dauerbackfolie kippen konnte. Ich schnitt das ganze oben ein paar mal ein, aber das hätte ich mir vermutlich sparen können, da die Masse so weich war, dass von "Schnitten" nicht die Rede sein konnte.

Das ganze ging dann gute 6 Stunden einfach bei Raumtemperatur in der Küche. Dann heizte ich wieder den gusseisernen Topf 45 Minuten lang auf 250 Grad vor, lagerte den Teig solange in einer anderen Schüssel und bugsierte ihn dann in den heißen Topf mit Deckel. Den Ofen reduzierte ich direkt auf 230 Grad (der Topf hält die Temperatur ja ne Weile). Nach 20 Minuten reduzierte ich dann auf 180 Grad und bug weitere 40 Minuten.

Und das Ergebnis ist bombastisch! Es roch schon aus dem Ofen unglaublich verlockend! Der Klopftest auf dem Boden sagte uns, dass das Brot durch ist.

Als wir nach einem Ausflug später wieder nach Hause kamen, schnitten wir eine erste Scheibe ab und aßen sie mit Butter, unglaublich lecker! Genau so sollte es werden! Also eigentlich hatte ich keine Vorstellung, wie es werden sollte, aber es traf genau unseren Geschmack!

Das Öl, das ich zum rausholen der Masse aus dem Topf genutzt hatte, war erstaunlicherweise am Brot geblieben und ist nicht eingezogen. Selbst über die nächsten Tage hinweg fasste sich das Brot außen immer etwas ölig an. Das ist merkwürdig, aber soweit kein Problem. Es ist bisher in seiner Brotdose nicht ranzig oder sonst wie oll geworden dadurch.

Auch am heutigen 4. Tag nach dem backen schmeckt das Brot immernoch wie frisch gebacken und sehr saftig! Einfach grandios!

Das nächste Brot kommt mit Sicherheit! Dann vielleicht mit noch mehr Roggenanteil, und vielleicht finde ich noch eine interessante Variante, um einen Teil des Wassers zu ersetzen ... ich denke da an eine Kürbissuppe, die ich vor ein paar Tagen gekocht habe, und die ich einfach nicht aufgegessen kriege ;)


nächstes Mal dürfen noch mehr Sonnenblumenkerne ran :D Chiasamen und Sesam habe ich hingegen garnicht gemerkt.


Heute folgte dann gleich das nächste Brot. Diesmal habe ich leider die Sonnenblumen vergessen, die ich extra nachgekauft hatte. Und die Kürbissuppe war mittlerweile auch vertilgt. Aber ich fand noch Roggenschrot, das ich im Brot versenkte. Das Rezept war folgendes:

380g LM (mehr war leider nicht mehr da)
250g Roggenschrot
300g Roggenvollkornmehl
250g Weizenvollkornmehl
550g Wasser
3 TL Salz

Die Konsistenz war ähnlich wie letztes Mal, tendentiell ein klein wenig trockener. Das Schrot saugt ja auch ne ganze Menge Wasser auf, würde ich vermuten. Beim gehen lassen sah man diesmal tatsächlich, dass sich die Einschnitte auch etwas von einander trennten, also einen Effekt hatten.

Das Brot bug sich schön. Der Duft war nicht ganz so atemberaubend verlockend. Angeschnitten wird morgen.