7.2.17

2. Zahnseife - Betthupferli

Die Niederlage von gestern (naja, vielleicht wird es ja noch ...) musste ich wieder gut machen. Ich möchte ja so schnell wie möglich *hust* die Zahnseife ausprobieren. Wenn ich sie dann wegen des Geschmacks nicht mag, ist ja auch nichts gewonnen. Also wollte ich das Rezept abändern und einen neuen Versuch starten. Wenn die andere dennoch was wird auch gut, dann habe ich trotzdem zwei zum ausprobieren, welche besser ist. Ich habe das Rezept nochmal stark abgewandelt. Ich hatte nämlich noch diesen Beitrag gelesen (klick). Sie nutzte _viel_ mehr Schlämmkreide und Xylit. Außerdem einen Großteil Avocadoöl. Abgeschreckt von gestern wollte ich heute mehr flüssige Öle und weniger feste Fette verwenden. Außerdem war der Rest Mandelöl, den ich noch hatte, von Schlieren durchzogen, sodass ich den nichtmehr verwenden wollte. Zusammen mit dieser Seite (klick) entstand das neue Rezept:

GFM 150g:
35% (52,5g) Avocadoöl
15% (22,5g) Hanföl
15% (22,5g) Olivenöl
15% (22,5g) Babassuöl
12% (18g) Sheabutter
8% (12g) Rizinusöl

33% (50g) destilliertes Wasser (20g für die Lauge, 30g zum anrühren von Xylit und Schlämmkreide)
30% (45g) Xylit
20% (30g) Schlämmkreide
15 Tropfen ätherisches Krausminzeöl
NaOH für 9% Überfettung

Kostenpunkt: ca. 5 Euro.

Bei der berechnung des Rezeptes gab es erstmal einen Schrecken. Das Tool auf der Webseite war irgendwie veraltet, ich hatte die Seite eine Weile schon nichtmehr neu geladen. Ich gab also meine Öle ein und klickte auf "berechnen". Auf dem nun entstandenen Rezept wurden ganz andere Öle aufgelistet, als ich eingegeben hatte, und die resultierende NaOH-Menge war auch völlig daneben! Hätte ich die Lauge so gemischt, hätte ich 3% Überfettung erhalten. Noch kein Laugenüberschuss, aber dennoch nicht schön! Gut, dass ich immer nach ausgedrucktem Rezept arbeite, so ist es mir aufgefallen, als ich die Öle aus dem Kühlschrank holen wollte. Also Seite neu geladen, alles neu eingegeben, und zur Sicherheit auch nochmal mit einem anderen Seifenrechner verglichen. Es kam in etwa hin.

Dann schmolz ich zuerst die festen Fette im Wasserbad, machte den Herd aus kurz bevor alles flüssig war und gab die flüssigen Öle einfach dazu, dass auch die etwas aufwärmen. Ich wollte unbedingt vermeiden, dass die flüssigen Öle die festen Fette zu sehr abkühlen.

Dann maß ich das Xylit ab und mörserte es wieder. Was für eine Menge! Dann die Schlämmkreide dazu und heute dran gedacht, genug Wasser abzuknapsen, um beides darin zu verrühren. Ich dachte erst dieses Fitzelchen Wasser würde gerade mal einen Teigklumpen produzieren, aber es wurde tatsächlich eine Flüssigkeit. Das Xylit löste sich allerdings nicht darin auf.
Dann rührte ich wieder das ätherische Öl in einem teil der flüssigen Öle, den ich vorher abgeknapst hatte.

Dann ging ich ins andere Zimmer, dort auf den Balkon und rührte die Lauge an. Bei totaler Dunkelheit mit nur etwas Zimmerlicht im Rücken keine einfache Aufgabe! Dann stellte ich die Lauge ins Zimmer auf den Tisch und schaute nach den Fetten. Die hatten jetzt so 46 Grad, also kippte ich sie in den Messbecher und brachte sie ins Zimmer. Als ich dort fertig war hatten sie so 40 Grad und die Lauge etwa 46. Ich hatte Angst, zu kalt zu arbeiten, um nicht wieder "false Trace" zu bekommen, wie leider vermutlich beim Bruno auch *schnief* 😢

Mit dem Mixer wieder nur 3x gemixt und zwischendurch mehr gerührt, und schon wurde es dick. Manoman. Doch zu warm? Ich werde langsam ratlos.

Dann kippte ich die Xylitpampe dazu und rührte und mixte bis es halbwegs homogen wurde. Ich hatte gehofft, mit dem Püri das Xylit noch etwas kleiner zu kriegen, aber die Pampe war ja schon dick. Dann habe ich mit dem Silikonlöffel den Püri aus der Pampe befreit und nur noch mit dem Löffel das ätherische Öl eingerührt. Jetzt wurde das ganze wieder etwas geschmeidiger, vermutlich durch das weitere Öl. In der Konsistenz blieb es auch bis zum Ende, ich musste mich also nicht beeilen mit dem einfüllen. Aber an gießen war wieder mal nicht zu denken. Aber geschmeidiger als gestern war der Teig durchaus. Diesmal half es sogar etwas, die Formen auf den Tisch klopfen zu lassen, um den Teig in die Ecken zu befördern (wobei, ob das was geholfen hat sehen wir erst morgen beim ausformen).

Die Konsistens war wieder sehr schön, so kuschelig, wie beim Bruno ja aber auch schon. Und der blutet wieder 😭  Mal sehen, ob diese hier was werden *hoff*.

Diesmal habe ich gleich danach alles abgewaschen. Bisher habe ich ja immer bis zum nächsten Tag gewartet, um den Verseifungsprozess abzuwarten um gleich mit der Seife quasi waschen zu können. So richtig toll hat das aber nie funktioniert, und dem Laugenbecher hat es natürlich auch nicht geholfen. Daher machte ich das heute einfach gleich, und das ging genauso gut/schlecht wie sonst auch. Vielleicht müsste ich es sonst einfach noch länger stehen lassen, aber da der Püri sowieso gleich im Wasser rühren muss, um eine Chance zu haben, sauber zu werden, zog ich das heute vor. Ich glaube ich bleibe dabei.

Öle/Fette

Links: ätherisches Öl in Öl gerührt
Rechts: Xylit und Schlämmkreide in Wasser gerührt

Lauge

Seife ist fertig 😁

UPDATE: Für ein Fazit, siehe Ende 1. Zahnseife.







6.2.17

1. Zahnseife - After Eight

Ich wollte mir schon länger mal eine Zahnseife sieden. Jetzt bin ich endlich mal zur Tat geschritten. Nachdem ich nun alle Zutaten beisammen hatte, nahm ich ein Rezept zur Hand, das schon vielfach getestet und für gut befunden wurde: link

Im Forum wurde mir von Tee für die Lauge an einer Stelle abgeraten, also wollte ich nichts riskieren und nutzte stattdessen destilliertes Wasser. Insgesamt halbierte ich auch die Menge, da ich es erstmal ausprobieren wollte. Noch weniger wollte ich aber auch nicht nehmen, weil man so kleine Mengen nicht mehr richtig mixen kann.
Außerdem tauschte ich das Sesamöl gegen Mandelöl aus, da ich kein Sesamöl da habe.
Das Kurkuma ließ ich auch weg, da ich die Gefahr gelb gefärbter Zähne nicht riskieren wollte.

Also war das Rezept:
GFM 150g:
30% (45g) Sheabutter
25% (37,5g) Babassuöl
20% (30g) Kakaobutter
12% (18g) Mandelöl
10% (15g) Olivenöl
3% (4,5g) Rizinusöl

33% (50g) destilliertes Wasser
13% (19,5g) Xylit
4% (6g) Schlämmkreide
10 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl
NaOH für 9% Überfettung

Das sind mal erstaunlich wenig flüssige Öle! Ich hatte Angst, das ganze zu sehr abkühlen zu lassen, dass die Fette wieder von selbst fest werden. Andererseits hatte ich Angst, zu warm zu arbeiten, weil das ganze dann zu schnell andickt. Wie man's macht, macht man's verkehrt.

Die Lauge habe ich als erstes zubereitet, ich habe von den letzten Malen gelernt. Die Gefahr, dass da was umkippt während ich nicht im Raum bin, hielt ich für vertretbar, da außer mir da ja niemand rumgerannt ist.

Ich hatte vergessen, dass ich in einem Teil des Wassers die Schlämmkreide und das Xylit anrühren wollte. Die Lauge war ja nun schon fertig, also musste ich das in dem flüssigen Öl anrühren, das ja sowieso schon so wenig war. Ich knappte mir also ein Minimum davon ab, mörserte das Xylit, und rührte das Xylit mit der Schlämmkreide (die von sich aus schon Staubfein ist) in dem Öl an. Ein bisschen mehr nutzte ich, um das Pfefferminzöl anzurühren. Das roch gut nach Zahnpasta!

Währenddessen schmolzen schon die festen Fette. Als sie geschmolzen waren, goss ich sie zu dem bisschen flüssigen Öl, das noch übrig war. Da kam mir schon ein übler Gedanke: Meine Kakaobutter ist unraffiniert, d.h. sie riecht (und schmeckt) wie weiße Schokolade. Zusammen mit dem Pfefferminzöl drehte sich mir fast der Magen um. Ich kann After Eight nicht ausstehen! Und so entstand der Name ... ich hoffe, entweder das Pfefferminzöl oder der Kakaogeschmack verfliegen noch! 🙏 *bitte bitte*

Das Pfefferminzöl einfach weglassen konnte ich nun auch nicht, da ich es ja in einem Teil der flüssigen Öle angerührt hatte. Ich hatte nun keine Ahnung, wie viele Öle und in welchem Verhältnis da jetzt drin waren. Wenn ich die einfach wegließe, rieskierte ich, nachher einen Laugenüberschuss in der Seife zu haben. Das wäre das schlimmste, was passieren könnte. Das will man nicht im Mund haben. Ich hätte natürlich großzügig noch flüssiges Öl zugeben können, aber nachher ist die Seife viel zu fett, auch das will man nicht im Mund haben. Also hoffte ich darauf, dass es in der fertigen Seife nicht so schlimm wird. *noch ein Stoßgebet send*

Die Fette ließ ich auf 38 Grad abkühlen. Ich hatte gelesen, das sei so durchschnittlich die optimale Arbeitstemperatur. Die Lauge war schon fast auf Zimmertemperatur. Ich tauchte den Püri unter, goss die Lauge dazu, und schwupps wurden die Fette hart. Na toll! Ich lerne auch nicht dazu! Ich habe dann einfach fleißig stoßweise püriert und zwischendurch viel einfach mit dem Püri gerührt. Ich wollte nicht riskieren, dass ich nur ein "false Trace"1 beobachte und sich später Lauge und Fette wieder trennen! Also pürierte und rührte ich fleißig weiter. An der Konsistenz änderte sich nicht viel, sie wurde homogener, aber nicht wieder weicher, dafür auch nicht wirklich fester. Dann gab ich Xylit und Schlämmkreide in dem bisschen Öl dazu und rührmixte weiter. Dann befreite ich den Püri, kratzte ihn so gut es ging mit dem Löffel ab (tropfen tat da nix mehr!) und rührte das Pfefferminzöl mit dem Löffel unter. Dann fing ich wieder mal an zu spachteln. Da ich kleine Zahnseifchen wollte, wollte ich das ganze in meine Eiswürfelformen füllen. Daher spachtelte ich gleich mit dem kleinen Löffel. Das war vielleicht ein gefipsel und geschmiere! Aber letztendlich war alles drin, die Handschuhe eingesaut, und ich fertig. Fix und! Und mein Magen auch. Noch schnell den Pürierstab in etwas heißem Wasser pürieren lassen um ihn zu säubern und raus aus dem Zimmer! Tür zu!

Kostenpunkt: ca. 4 Euro

1. Zu einer False Trace kann es immer dann kommen wenn man Fette nimmt die bei Raumtemperatur fest sind. Nach dem Verflüssigen können sie bei Zugabe zu den kühleren, dünnflüssigen Ölen wieder langsam fester werden und täuschen so eine Trace vor. Das führt dann dazu, das sich im SL noch Nester von nicht reagierter Natronlauge befinden können, wenn man den SL in die Form bringt. (Quelle)

Die verflüssigten Fette mit den flüssigen Ölen

Die angerührte Lauge

Die Schlämmkreide und das Xylit, in Öl gerührt

Das Pfefferminzöl in Öl gerührt

Der Blitzbeton ... ääh ... Seifenleim

Fertig eingefüllt *schnauf*

Heute früh konnte ich sie schon ausformen. Ich musste nur leicht unten drücken und schon poppten sie hoch. Toll. Fühlen sich aber natürlich noch etwas weich an.



UPDATE: Ich habe die Seife ein paar Wochen lang zum Zähneputzen verwendet. Besonders im Urlaub ist das sehr praktisch! Es schmeckte, wenn man sich erstmal dran gewöhnt hat, auch garnicht ekelig. Man muss einfach diesen Gedanken verdrängen "Ich nehme da gerade Seife in den Mund, bin ich denn völlig bescheuert?". Immer wenn dieser Gedanke kam, wurde mir übel, sonst nicht. Das zeugt doch davon, dass die Seife an sich nichts dafür kann, sondern es ein rein psychisches Problem ist. Nach wenigen Tagen hatte ich mich dann dran gewöhnt und alles ging gut. Ich testete auch beide Zahnseifen, und diese hier mochte ich etwas mehr. Dann hatte ich allerdings einen Zahnarzttermin, und die Zahnärztin riet mir dazu, fluoridhaltige Zahnpasta zu nutzen. Sie meinte, die Menge macht das Gift, und Fluorid wäre wichtig für die Zähne, und wenn man es nur in Zahnpasta nutzt sei es nicht zu viel. Der Zahnärztin glaube ich mehr als einer Internetrecherche, denn im Internet kann man zu jeder Meinung ein Für und Wider finden. Es ist wirklich schwierig, Informationen aus dem Internet richtig zu bewerten. Daher traue ich eher denjenigen, die darüber Forschung betreiben und das studieren. Vielleicht nutze ich die Seife aber in Zukunft im Urlaub, und zu Hause die Zahnpasta. Allerdings ist dieser ständige Geschmackswechsel auch immer nicht so einfach.



5.2.17

2. Gesichtsseife - Bruno

Nach dem missglückten Versuch letzte Woche musste ich die richtige Gesichtsseife mal ausprobieren, die ich schon eine Weile geplant hatte. Natürlich machte ich noch kurzfristige Änderungen, aber im Großen und Ganzen stand das Rezept schon länger fest. Ich hatte im Forum nachgefragt, ob das so sinnvoll klingt, und eigentlich nichts wirklich gegenteiliges gehört. Also probierte ich es aus.

Ich habe schon vor einiger Zeit (ca. 1,5 Wochen) einen Ölauszug aus Gundermannkraut mit Olivenöl angesetzt. Da ich die Pflanze nicht habe und jetzt im Winter auch nicht finden konnte (hier war alles weiß), hatte ich mir einen Beutel getrocknetes Gundermannkraut bei dragonspice bestellt. Davon habe ich etwas in ein Schraubglas gefüllt und mit Olivenöl aufgefüllt. Je wärmer man das ganze hält, desto schneller geht das mit dem Auszug. Man kann das ganze auch aufkochen, dann ist es nach dem Abkühlen sofort fertig, aber ich hatte Angst um die guten Inhaltsstoffe. Ich mache das ja nicht wegen der Farbe. Also wollte ich der "Zimmertemperatur" nur leicht nachhelfen, da wir es in der Wohnung immer eher etwas kälter haben (so 19 Grad). Also habe ich jeden Abend das Glas etwas durchgeschüttelt, das Glas in einen Messbecher gestellt, der wiederum in einem Topf mit gekochtem Wassser stand, und oben drauf lag dann noch eine Wärmflasche mit gekochtem Wasser. Das ganze wurde dann noch mit mehreren Lagen Handtüchern abgedeckt. Später brauchte ich leider den Topf, dann war es nurnoch die Wärmflasche. Aber besser als nichts. So durfte es jetzt ca. 10 Tage ziehen. Die Farbe des Öls ist dabei etwas abgedunkelt.

Außerdem habe ich eine Sole angesetzt. Einfach destilliertes Wasser mit Salz im Schraubglas. Wenn das Salz weg war, habe ich neues zugegeben. Nach einem Tag habe ich es in den Kühlschrank gestellt.

Heute Vormittag habe ich die Sole dann durch ein feines Sieb gekippt, um die Schwebstoffe des komischerweise dreckigen Salzes rauszufiltern. Das Salz war irgendwann mal aus einem Urlaub mitgebracht worden.

Diese Sole habe ich dann nochmal mit getrocknetem Gundermannkraut aufgekocht und wieder abkühlen lassen. So entstand meine Gundermannteesole.

Dann habe ich die Fette und Öle abgewogen, etwas von dem flüssigen Öl in kleine Becher umgefüllt und in einem den Honig (hat nicht funktioniert, also Öl zurück und was von dem Soletee zur lösung genommen. Ging besser), in einem anderen die Heilerde, und in wieder einem anderen die ätherischen Öle eingerührt. Die Aloe Vera stellte ich bereit

Das Rezept war folgendermaßen:

130g Gundermannsole
100g Olivenöl (20%)
100g Babassuöl (20%)
50g Diestelöl (10%)
50g Hanföl (10%)
50g Mandelöl (10%)
50g Traubenkernöl (10%)
50g Nachtkerzenöl (10%)
25g Rizinusöl (5%)
25g Kokosöl (5%)
20g Aloe Vera (aus der Pflanze geschabt)
1EL Heilerde
1 TL Honig
40 Tropfen Geraniumöl
40 Tropfen Atlaszedernöl
20 Tropfen Teebaumöl
NaOH für 10% Überfettung

Es sollten eigentlich 4g Geraniumöl, 4g Atlaszedernöl und 2g Teebaumöl werden, aber die Waage zeigte nach all den 100 Tropfen gerade mal 0,7g an. Mehr wollte ich aber nicht rein tun, weil das schon recht intensiv roch. Das war letztes Mal schon so komisch, keine Ahnung, was da falsch läuft. Oder haben ätherische Öle so eine geringe Dichte, dass 0,7g schon 10ml sind?

Die Öle/Fette hatten 38 Grad, die Lauge 48 Grad. Das NaOH wurde in der Gundermannsole irgendwie leicht breiig. Es ging garnicht mehr durch mein Sieb. Da ich mir aber recht sicher war, dass da keine Kristalle mehr ungelöst sind, gab ich das also einfach so ins Öl. Was sollte ich auch sonst tun. Ich habe mit dem Püri gerührt und püriert, bis es leicht emulgiert aussah. Dann gab ich die in Öl gerührte Heilerde dazu und rührte und mixte das ganze homogen. Dann den Honig und das Aloe Vera. Das ganze wurde jetzt schon erstaunlich dick, sodass ich Angst hatte, noch mehr zu pürieren, aber das Aloe Vera musste ja kleingemixt werden. Dann gab ich noch schnell das ätherische Öl dazu und rührte nurnoch mit dem Silikonlöffel durch. Als es homogen aussah, füllte ich es in die Einzelförmchen. Gießen war nicht mehr, aber es hatte eine "schöne" Konsistenz, also nicht so praktisch, aber wirklich hübsch anzusehen! Wirklich wie richtig leckerer Pudding! So richtig zum reinlegen. Ich musste es also in die Förmchen löffeln, und hoffen, dass ich nicht zu viele Luftlöcher produziere.

Warum das so schnell fest wurde, weiß ich mal wieder nicht. Ich vermute, die Heilerde hat das irgendwie stark gebunden. Das Aloe Vera hat es leider auch nicht wieder so weich gemacht, wie ich gehofft hatte. Dazu war es wohl zu wenig. Aber wenigstens haben die ätherischen Öle nicht auch noch nachgedickt. Es blieb dann die ganze Zeit brav bei der gleichen Konsistenz, und wurde nicht kontinuierlich noch fester, sodass ich gemütlich schaufeln konnte.

So, ich habe sie nicht isoliert, weil da Honig drin ist. Auf Sahne habe ich kurzfristig verzichtet, um mehr Gundermannsole unterzubringen. Sonst hätte ich die Flüssigkeit ja entsprechend reduzieren müssen. Aber die Farbe ist ein Traum geworden :) Angefangen bei der orangen Lauge, verstärkt durch die braune Heilerde. Ich bin gespannt auf morgen, wenn ich sie hoffentlich ausformen kann :) Auf dass sie ruhig schlafe und nicht gele!




Nach fast 2 Tagen konnte ich sie endlich ausformen. Sie war immernoch sehr weich, ich traute mich fast nicht, aber ich versuchte es einfach an einer und es klappte. Alle kamen halbwegs unbeschadet (bis auf ein Schaf, das ein Ohr lassen musste) heraus. Leider waren alle von einer feuchten Schicht überzogen. Ich weiß nicht, ob das Lauge war. Ich habe es abgewischt und zum trocknen aufgestellt. 



Am Abend sah ich dann, dass auch hier wieder diese goldenen Tropfen entstehen. Das kann doch nicht wahr sein! Vielleicht ist es ja doch nur Honig? Diesmal habe ich doch wärmer gearbeitet, und auch länger gerührmixt. Ich verstehe es nicht! 😭  Hoffentlich stellt es sich doch noch als Honig heraus!




Die Tropfen sind wieder eingezogen und haben nach ein paar Tagen auch nicht mehr gebrizzelt. Auf der Oberfläche ist das Salz etwas rausgekommen, sie fühlt sich rau an. Aber Seife ist es wohl geworden. Salz werde ich so schnell wohl nicht mehr verwenden. Es sei denn natürlich, sie tut der Haut unendlich gut! Jetzt heißt es warten 😴



Unseifiges: Shapoobar

Da ich mit Haarseife leider nicht so richtig klar komme, habe ich mich mal an einem Shampoobar probiert. Ich möchte ja immernoch von den Plastikflaschen wegkommen, daher möchte ich kein Shampoo mehr kaufen.

Mein Rezept sah folgendermaßen aus:

30,1g Milchpulver
25g SLSA
10,7g Kokosöl
7g Babassuöl
3,6g Aloe Vera
1,6g Vithaar
1,2g Protein
1,1g D-Panthenol
0.9g Lecithin
0,6g Keratin
0,15g Haarguar
8 Tropfen Vanille Duftöl
Die meisten Sachen hatte ich schon von der letzten Bestellung von vor 1,5 Jahren da. Die meisten sind längst abgelaufen, aber was kann da schon groß passieren. Ranzig roch nichts. Selbst das Babassuöl ist noch gut, das schon längst abgelaufen ist. Aber in so geringen Mengen, und so schnell wie das zubereitet ist, ist es mir das Wert einfach mal auszuprobieren.

Das ganze habe ich einfach in eine Schüssel gegeben und mit den Händen durchgeknetet. Es war wie etwas weicherer Mürbeteig, nachdem ich noch etwas mehr Aloe Vera dazu gab. Das Wasser daraus verdunstet ja, und das soll wohl die Bars noch härter machen. Daher nahm ich da lieber etwas mehr.

Das ganze in Förmchen gepresst und fertig :) Am nächsten Tag konnte ich sie aus den Förmchen holen. Jetzt müssen sie noch schön durchtrocknen und hart werden :) 





Anwaschbericht: Heute früh habe ich damit gewaschen. Ein großteil des Sterns ist dabei draufgegangen. Es schäumte recht träge. Da es eine recht rauhe, bröselige Struktur hat, habe ich es nur in der Hand aufgeschäumt und den Schaum mit den Händen in die Haare gegeben. Erst nur oben den Deckel, das dann ausgespühlt, und dann nochmal alles inklusive Längen und Nackenhaare. Es fühlte sich komisch an, als wäre zu viel Öl im Bar. Ich ließ es einwirken, wusch mich selbst solange und dann spülte ich es aus. Es trocknete schneller als normal (ca. 2 statt 3 Stunden) und wurde total toll! Glatt, gepflegt, komplett quietschsauber und dennoch nicht ausgetrocknet, sie flogen nicht, sie verknoteten nicht, sie waren nicht strähnig, einfach nur toll! Sollte ich denn wirklich so ein Glück haben, dass es gleich beim ersten Versuch geklappt hat? 😁  Das wird der Langzeittest zeigen. Aber erstmal muss ich meine Flüssigshampoos noch aufbrauchen ... ich hoffe ich schaffe das 😝


29.1.17

1. Gesichtsseife - Frau über Bord

Heute wollte ich wieder eine Seife sieden, und zwar eine abgespeckte Version meiner geplanten perfekten Gesichtsseife. Dafür ist der Gundermannölauszug noch nicht fertig. Und ich wollte mal testen, wie meine Haut Salz so mag, also wollte ich eine Salzseife herstellen. Inspiriert hat mich Petras "Sandy". Das Palmkernöl ersetzte ich durch Babassu (beides fest, beides Schaumfette) und das Lanolin durch Diestelöl (einfach so, darum, und sind ja auch nur 5%, kann also nicht so schlimm sein).

Ich wollte 500g Gesamtfettmenge erzeugen, dann für eine 100%ige Salzseife nochmal 500g fein gemahlenes Meersalz dazugeben. 30% Flüssigkeiten (von der GFM ausgehend) ergeben 150g. Ich wollte ca. 1:1 Wasser:NaOH nehmen, also 70g destilliertes Wasser und 80g Sahne. Ich wollte so gerne Sahne mit reinnehmen, aber das NaOH nicht darin anrühren, weil das wohl (für Anfänger) nicht ganz so einfach sein soll wie mit destilliertem Wasser. Die Sahne teilte ich auf und rührte in einer groben Hälfte einen Esslöffel Heilerde an, und in der anderen Hälfte eine Teelöffel Honig. Beides gut für die Haut. Außerdem rührte ich die ätherischen Öle in einen Teil der Mischung der flüssigen Öle, um den so genannten "Blitzbeton" zu vermeiden. Angeblich hiflt das. Leider sponn die Waage, und so konnte ich nur grob schätzen, wie viel ich da gerade reinkippte. Erst 17 Tropfen Geraniumöl, immernoch stand auf der Waage 0,0. Dann 17 Tropfen Atlaszedernöl, immernoch 0,0. Bei dem ersten Tropfen Teebaumöl sprang sie plötzlich auf 0,5g. Im Endeffekt habe ich abgeschätzt, dass 68 Tropfen etwa 4g sein müssten, also 68 Tropfen Geraniumöl (grob geschätzt, da zwischendurch nicht mitgezählt), 68 Tropfen Atlaszedernöl und 34 Tropfen Teebaumöl. Es müssten am Ende grob 10,5g zusammen gewesen sein, also halbwegs gut geschätzt.

Die festen Fette schmolz ich, gab die flüssigen dazu und wartete, dass das ganze abkühlte. Es fing bei grob 70 Grad Celsius an, also stellte ich den Topf auf den Balkon, bei etwa 0 Grad Celsius. Als ich dann alles vorbereitet, abgemessen, bereitgestellt, eingerührt hatte, ging ich auf den Balkon, um die Lauge anzurühren. In der Zwischenzeit war das Fett auf 23 Grad abgekühlt. Also schnell rein damit! Geplant waren ca. 38 Grad. Also rührte ich schnell die Lauge an. Die hatte nun auch so 60 Grad, aber ich hatte Angst, dass die Fette noch mehr abkühlen und wieder fest werden. Also kippte ich die Lauge durch ein ultra feines Metallsieb dazu. Zum besseren Einfüllen in die Einzelförmchen wollte ich das ganze im Messbecher rühren. Also füllte ich alles noch vor dem pürieren (nach kurzem durchrühren mit dem Teigschaber) zurück in den Messbecher, in dem zuvor die Lauge war (nachdem ich mich überzeugt habe, dass da kein Kristall mehr rumfliegt). Dabei sah ich schon das erste Übel: die Fette wurden schon wieder fest, sie hatten eine geleeartige Konsistenz. Ich tauchte den Pürierstab unter, versuchte die Luftblasen rauszuklopfen, und drückte ein paar Mal kurz auf den Knopf. Dazwischen rührte ich mit dem Püri um. Schon nach 3x war die Masse dickflüssig, aber immerhin homogen. Ich hatte Angst, dass es sich um so genanntes "false Trace" handeln würde, also pürierte ich noch ein paar Mal. Dann hatte ich aber wiederum Angst, dass es zu fest werden würde. Also kippte ich alle restlichen Zutaten dazu und versuchte, alles unterzuheben und ab und zu weiter zu pürieren. Das Salz machte das ganze sehr trocken und bröckelig. Beim rühren puffte das Salz ab und zu hoch. Irgendwann hatte ich dann endlich ein gleichmäßiges (wenn auch kristallenes) Gemisch, das allerdings sehr hart war. Den Pürierstab befreite ich daraus. Es tropfte nichts mehr. Ich hätte den Topf kopfüber hinstellen können, es wäre einfach mal rein garnichts passiert.

Dann fing ich an, mit dem Teigschaber Brocken abzubrechen und in die Formen zu quetschen. Leider empfand ich den Teigschaber als zu schwach, also machte ich mit dem Rührlöffel weiter. Dessen glatte Außenfläche sorgte sogar für eine erstaunlich glatte Oberfläche auf den Formen. Ich hoffe, alles schön in die Ecken gedrückt zu haben. Anfangs ließ ich die Formen ein paar Mal auf den Tisch fallen/klopfen, um die Masse mehr in die Ecken zu drücken, aber ich glaube dabei tat sich garnichts. Bei Silikonformen mit dicken Wänden (meine Schafe) ging es ganz gut mit dem quetschen, aber die dünnwandigen Formen sind mächtig aus der Form geraten! Ich habe dann versucht, sie mit den Fingern wieder etwas gerade zu drücken, sodass sie wenigstens wieder rauskommen. Mal sehen, ob das was geholfen hat.

So sah das Werk dann aus:




Es war natürlich auch auf dem Tisch eine mächtige Sauerei! Überall flogen die kleinen Krümel rum. Einsammeln funktionierte nicht, ich verlor immer genauso viel wie ich aufnahm. Glücklicherweise ist fast nichts auf dem Boden gelandet.

Dann machten wir einen tollen Wintersonntagsspaziergang! Wir hatten eigentlich keine Lust, aber bei dem Wetter MUSSTE man einfach raus! Und dabei entdeckten wir gleich tolle Schlittschuhbahnen :) Unterwegs verlor ich mal wieder meine Handschuhe, aber glücklicherweise fanden wir sie diesmal wieder.
Auf dem Fahrrad dahin überlegte ich mir den Namen. Sie hätte "Meeresbriese" heißen sollen, wegen des Meersalzes. Aber eine Briese ist das bestimmt nicht! Mehr ein Orkan, Hurricane. Ich wollte einen Unfall auf dem Meer darstellen. Da dachte ich "Mann über Bord" wäre passend. Und warum fallen eigentlich immer nur Männer vom Schiff, ich bin ja ne Frau, und mir ist das Unglück passiert, also wurde es "Frau über Bord".








Wieder zurück (etwa 3 Stunden später) schaute ich nach den Seifen. Sie wirkten schon fest. Aber unglücklicherweise haben sich bei manchen auf der Oberfläche goldene Tropfen gebildet. Ich habe keine Ahnung, was das ist! Und ausformen möchte ich sie, solange ich das nicht weiß, natürlich auch nicht. Ich habe mal im 4um gefragt, ich hoffe ich kriege schnell eine Antwort! 😱



Sollten sie (hoffentlich) doch was geworden sein, und ich sie nicht entsorgen müssen, folgen hier noch die Fotos nach dem Ausformen.

Hier noch das Rezept:
25% Kokosöl
25% Babassuöl
20% Sheabutter
16% Avocadoöl
5% Diestelöl
5% Rizinusöl
4% Jojobaöl

14% Destilliertes Wasser (1:1 Wasser:NaOH)
16% Sahne
1EL Heilerde (in der halben Sahne gerührt)
4g Geraniumöl, 4g Atlaszedernöl, 2g Teebaumöl (in einem Teil der flüssigen Ölmischung gerührt)
1TL Honig (in der halben Sahne gerührt)
100% Meersalz (mit dem Mixer pulverisiert, in den fertigen Seifenleim gegeben)

NaOH für 10% Überfettung

In Einzelformen gequestscht, nicht isoliert, nicht gelen lassen.

Kosten: ca. 9 Euro

Update:

Nach dem ausformen sahen sie so aus:







Garnicht so schlecht. Wenn auch sehr bröselig. Testhalb schnitt ich ein paar stark blutende in der Mitte durch. Erstaunlicherweise sahen sie innen gut aus. Auch die Schafe, die ja nicht geblutet haben, sahen innen gut aus. Sehr verwirrend.





Nach ein paar Tagen fühlten sie sich garnicht gut an. Die Oberfläche war nass. Ich habe also super Luftentfeuchter erzeugt! Das fand ich nicht schön. Ich habe also eines der Schafe aufgehoben und den Rest zu Kernseife verarbeitet. Die erhält man, wenn man Seife mit Wasser aufkocht und so viel Salz hinzufügt, dass sie ausflockt und oben schwimmt. Hätte ich nicht schon unmengen an Salz in der Seife gehabt, hätte ich vielleicht versucht, sie einfach einzuschmelzen und neu zu gießen. Aber so ging das nicht. Sie flockte ziemlich schnell aus. Da ich die restlichen Fette nicht mehr verseifen konnte, weil das ganze Salz ja schon drin war, musste ich die 10% Überfettungsfett mit wegkippen. Schade drum. Da die Unterlauge (die Brühe, die nach dem abschöpfen der Seifenflocken übrig ist) noch recht braun war, wiederholte ich den Vorgang. Ich kippte die Seife zurück in den Topf, füllte wieder mit Wasser auf und kochte das ganze auf. Ich pürierte nochmal, sodass die Seifenflocken sich wieder komplett lösten. Dann gab ich nach und nach immer mehr Salz zu. Das waren bestimmt so um die 200g. Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel braucht. Ich konnte auch die Temperatur nicht so super hoch drehen, weil mein Adaptertopf zu heiß wurde. Irgendwas roch angebrannt. Wasser in den Adaptertopf zu füllen half auch nicht, weil die Hitze zwischen den zwei Töpfen entweichen wollte, anstatt die Hitze an den inneren Topf abzugeben. Eine Adapterplatte wäre was feines 😋






Ich schöpfte es dann einfach in einen Messbecher und eine Einzelform, zum austesten. Am nächsten Morgen holte ich dann alles aus den Formen. Es hatte sich noch viel Wasser abgesetzt, das ich erstmal aufwischen musste. Aber die Form war erkennbar. Die Seife aus dem Messbecher habe ich mit einem Messer in Stücke geschnitten. Sie war mega weich und zerbrach schnell! Die Brösel konnte ich aufsammeln und zu einer Kugel formen. Ich bin mal gespannt, wie lang das trocknen muss.


26.1.17

Unseifiges Vergnügen: Solid Lotion

Letzten Donnerstag habe ich etwas ausprobiert, nur leider noch nicht darüber geschrieben. Da ich immer so unglaublich trockene Hände habe, wollte ich dieses Rezept ausprobieren: Lotion Bars.

Ich bin zu einem Demeter-Imker gefahren, der unweit meiner Wohnung (ca. 1km) seinen "Laden" hat. Es handelte sich um einen Raum mit vielen Gerätschaften, mehr eine Werkstatt, die bei Google Maps als Demeter Imkerei eingetragen ist. Ich hatte mich vorher per Email mit dem Imker verabredet, und fuhr hin um etwas Bienenwachs zu kaufen. Wenn schon tierische Bestandteile, dann doch wenigstens Demeter.

Danach fuhr ich erstmal zum Chor, mein alldonnerstagliches Abendprogramm. Wieder zu Hause machte ich mich an die Arbeit. Hinein kamen also:
  • 7g Bienenwachs
  • 10g Kakaobutter
  • 20g Sheabutter
  • 3 TL Mandelöl
  • 3 Tropfen Vanilleduftöl
Das Bienenwachs war in Blockform, also war raspeln angesagt. Was für eine Arbeit! Das Zeug ist mal mega hart, da war die Seife letztens nichts gegen. Die 7g haben lange gedauert, aber letztendlich war es geschafft. Bienenwachs mit Kakaobutter geschmolzen, Sheabutter dazu, schmolz nicht richtig also nochmal auf den Herd und leicht erwärmt, dann das Mandelöl und Vanilleduftöl dazu und alles in meine (noch jungfräuliche) Seifeneiswürfelform gefüllt. Ich habe es dann über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.

Am nächsten Morgen nahm ich es voller Erwartung aus dem Kühlschrank, löste zwei Stücken aus der Form und nahm sie mit ins Wochenende. Leider ist die Konsistenz insgesamt noch zu weich. Es behält seine Form, aber sobald man sie in die Hand nimmt, schmelzen sie schon. Nächstes Mal muss also vermutlich mehr Bienenwachs rein, oder ich fülle es in leere Lippenstifthülsen. Immerhin sind sowieso immer nur meine Handaußenflächen trocken, dann muss ich mir nicht immer die Finger mit einmatschen.




15.1.17

Meine erste echte Seife - die 25er - Das hässliche Entlein

Datum: 08.01.2017

Ich habe soeben meine erste echte Seife gesiedet 😊

Es gibt ein Standardrezept, das besonders für Anfänger wie mich geeignet ist, um erstmal die Grundzüge zu lernen. Es nennt sich das 25er Rezept, weil 4 Öle/Fette gewählt werden, die zu je 25% in die Seife kommen. Ich wählte zwei feste Fette und zwei flüssige Öle für eine schön feste Seife. Die festen Fette sind Kokosöl (macht die Seife hart, sorgt für Schaum) und Kakaobutter (macht die Seife hart, schützt die Haut, schäumt nicht, kann bei einem hohen Anteil bei manchen Menschen austrocknend wirken). Als weiche Öle kamen Olivenöl (heilende, entzündungshemmende Wirkung, sorgt für milde Seife mit kleinporigem, dichtem Schaum) und Mandelöl (wirkt reizlindern, pflegend, schützend, ist besonders für trockne Haut geeignet, die zu Rissen, Ekzemen und Schuppen neigt. Es macht die Seife hart und schäumt nach längerer Lagerzeit) hinein.

Die umklammerten Anmerkungen zu den Eigenschaften der Öle und Fette habe ich dem Buch "Naturseife - das reine Vergnügen" von Claudia Kasper entnommen.

Das Rezept lautet also wie folgt:

25% Olivenöl
25% Kokosöl
25% Mandelöl
25% Kakaobutter
NaOH Lauge mit destilliertem Wasser (33% der Gesamtfettmenge (GFM)), 10% überfettet

Kostenpunkt für den Block von insgesamt 665g Gesamtzutaten (500g GFM): ca. 11 Euro

Den fertigen Seifenleim habe ich in ein aufgeschnittenes Tetrapack gefüllt, mit Frischhaltefolie abgedeckt, und mit alten Handtüchern umwickelt. Möge sie friedlich schlummern 😊

Ich habe mich aus Sicherheitsgründen nicht mit meinem Handy abgelenkt, somit sind vom Herstellungsprozess keine Fotos entstanden.

Die fertige Seife ist sehr schief geworden, wie aber zu erwarten war. Gestern habe ich angefangen, einen Seifenschneider zu bauen, der ist aber nicht fertig geworden. Also habe ich die Gitarrensaite um zwei Korken gewickelt und einfach auf einem Brett (mit Frischhaltefolie) durch die Seife gedrückt. Eine Gitarrensaite ist gerissen, die zweite hat durchgehalten, aber schön ist anders. Deshalb habe ich mir jetzt einen Drahtbügel bestellt :) Und werde das Holzgestell selbst noch fertig stellen. Außerdem hat sie eine recht krisselige Struktur erhalten. Vermutlich habe ich beim Mixen doch einige Luftblasen eingerührt. Daher entstand der Name: das hässliche Entlein. Denn eine wunderbar tolle Pflegebombe wird es nach der Reifung bestimmt trotzdem 😊





Anwaschbericht: Nach 3,5 Wochen fing ich an sie zu nutzen. Ich konnte mich einfach nicht mehr beherrschen 😁
Das ist ein tolles Seifchen geworden! Die schäumt schon vom Angucken! 😳  Und das ist so ein schlüpfriges Kerlchen, dass man sie wirklich immer mit Bedacht in die Seifenschale legen muss, sonst haut sie ab. Fühlt sich echt toll an, schön glatt. Sie ist mir vielleicht noch ein klein wenig zu austrocknend, aber eigentlich fühlen sich meine Hände gut an. Ist also vielleicht gerade so die Grenze. Ich nutze diese Seife jetzt auch auf Arbeit, also quasi fast bei jedem mal Händewaschen. Daher ist ein halbwegs zuverlässiges Urteil möglich 😉  Für jeden, der nicht so wahnsinnig trocknene Haut hat wie ich (also quasi fast für jeden) wird diese Seife schön pflegend sein!