Das Rezept war also:
35% Olivenöl
30% Kokosöl
20% Sheabutter
15% Kakaobutter
33% Schwarzteesole + Aloe Vera
10% Schwefel
1EL Heilerde
4g Geraniumöl
4g Atlaszedernöl
2g Teebaumöl
1EL Honig
NaOH (für 5% ÜF)
Und dann ging das Übel los.
Ich habe mir den Schwefel-Thread nochmal durchgelesen und den Schwefel und die Heilerde im Öl dispergiert, weil ich die giftigen Dämpfe (wenn ich den Schwefel in die Lauge gerührt hätte), nicht im Keller haben wollte (offenes Fenster war mir nicht sicher genug), und ich mit der fertigen Lauge nicht durchs Wohnzimmer und die Kellertreppe runter laufen wollte, wegen der Gefahr, dabei hinzufallen oder sonst wie was zu verschütten. Beim letzten Mal hatte ich den Schwefel in der Lauge gelöst (da wohnte ich aber in einer Wohnung mit Balkon direkt am Seifenzimmer).
Also kochte ich Schwarztee und rührte 30% Salz und 1EL Honig rein. Dann ab in den Keller, ins offene Fenster gestellt und das NaOH (erstmal brach mir noch mein NaOH-Löffel, jetzt habe ich Plastikteile im NaOH-Behälter) mit einem Schwung reingekippt und gerührt. Nach wenigen Sekunden stieg das ganze plötzlich hoch, ich ließ nur noch den Becher fallen und sah zu, von dem Zeug nichts abzugkriegen. Glücklicherweise ist vor dem Fenster nur Erde mit Steinen zum absickern des Regenwassers. Ich lief erstmal einige Becher voll Wasser holen um das ganze wegzuspülen.
Was ist hier passiert? Ich hatte schon öfter das NaOH in einem Schwung reingekippt. War der Tee vorher schon zu warm gewesen? Geht das mit Salz oder Honig nicht?
Dann nochmal Tee mit Salz und Honig gekocht und diesmal langsam das NaOH reingekippt und immer wieder die Temperatur gemessen. Diesmal hatte ich das Gefühl, ich kann kippen wie viel ich will, es wird nicht über 70 Grad. Da fing es an zu dampfen, aber heißer wurde es nicht.
Dann goss ich das ganze in die Ölmischung und fing an zu pürieren. Ich pürierte ewig, bis mir fast der Finger abfiel und ich Angst hatte, der Pürierstab brennt gleich durch. Da wurde einfach nichts fest. Also holte ich kurzerhand den Crocki hervor und kippte alles rein, auf Stufe 1, wie immer. Nach einer Stunde bildeten sich Blasen, als ob es dezent kocht. Nach 1,5h waren da noch mehr Blasen, aber immernoch alles flüssig. Ich wollte ins Bett, also rührte ich um und machte den Küsschentest. Es schmeckte komisch (welch Überraschung), aber gebrizzelt hat es glaube ich nicht. Gleich nochmal getestet. In der Anleitung zur OHP stand ja auch, wenn man sich nicht ganz sicher ist, dann ist sie fertig. Wenn es noch brizzelt gibt es keinen Zweifel. Also war sie wohl fertig.
Ich kippte alles in einen Messbecher und dann in Einzelformen. Nach 12 Stunden war immernoch alles flüssig. Weitere 8-10 Stunden später war langsam zu erkennen, dass da was fester wird. Vielleicht wird's ja doch noch ne Seife 😀
Ich habe seit langem mal wieder im Forum meine Erlebnisse kund getan, um zu erfahren, was hier schief gelaufen ist: https://seifen4um.de/viewtopic.php?f=17&t=11724&p=242926#p242926
So ganz verstehe ich es immer noch nicht, aber angeblich war alles zu heiß und der Temperaturunterschied zwischen Lauge und Fetten/Ölen zu hoch. Also nächstes Mal: langsam die Lauge anrühren (besonders Salz und Honig heizen wohl stark auf), dann abkühlen lassen bis Fette/Öle und Lauge unter 40 Grad sind, lieber an die 30 Grad, und dann erst zusammen kippen und pürieren. Außerdem tut man den Honig wohl immer erst am Ende in den fertigen Seifenleim. Bei der Heilerde schadet das denke ich mal auch nichts.
Meine Vermutung ist aber auch, dass der Schwefel Grund dafür war, dass da nichts fest wurde. Deshalb würde sich daran garnichts ändern. Aber einen Versuch wäre es wert. Und behutsam zu arbeiten schadet sowieso nichts. Ich wollte nur einfach diesmal schnell fertig werden um ins Bett zu kommen, und sah kein Problem an meiner Vorgehensweise.