16.4.20

Windelüberhose

Wir sind frischgebackene Eltern :) Und da wir es nicht mit unserem Gewissen vereinbaren können, bis zu 5000 Wegwerfwindeln mit unserem Baby zu verbrauchen, wickeln wir mit Stoff (und probieren Teilzeit-Windelfrei :) ).

Und da ich auch gerne nähe, wollte ich auch ein paar Überhosen selbst nähen, besonders, weil die fertigen Windelüberhosen echt teuer sind! Eine solche teure Überhose habe ich mir gegönnt, um sie als Vorlage für meine eigenen zu verwenden ;)

Nachdem ich nun festgestellt habe, dass das Muster gut funktioniert, wollte ich es quasi replizieren. Ich malte es mir also auf Papier, wobei ich die Gummizüge maximal dehnte. Ich fügte ringsrum 1cm Nahtzugabe zu. An den Beinbündchen plante ich einen Tunnelzug für das Gummiband, doppelt eingeschlagen, daher gab es hier doppelte Nahtzugabe.

Oben und unten (vorne und hinten am Baby) sollten Laschen entstehen, in die man später Mullwindeln gefaltet legen kann. Außerdem ist es so kuscheliger fürs Baby (zumindest wenn man sie aus Fleece macht, wie ich das vor hatte) und die Vorlage hatte das auch. Also kopierte ich nochmal das obere und untere Ende auf Papier für die Fleecelaschen und fügte noch 2cm Nahtzugabe an der Öffnung an, 1cm für die echte Nahtzugabe und 1cm weil ich wollte, dass es über den Tunnelzug der Beinbündchen ragt, sodass die Tunnelzüge am Ende in der Naht der Lasche verschwinden sodass ich die Öffnungen nicht mehr sehe.

Dann schnitt ich noch einen Streifen PUL ab, der genauso lang war wie meine vordere Lasche breit war, als Verstärkung für die Snaps. Dann befestigte ich die ganzen vorderen Snaps (alles weibliche Teile, 10 Stück) an den gleichen Stellen wie in der Vorlage.

Ich nähte alles mit einer Mikrotex-Nadel, wie es für PUL empfohlen wurde. Ich wählte auch die kleinste Nadel, die ich hatte, um möglichst kleine Löcher zu erzeugen. Das Ganze soll am Ende ja möglichst Wasserfest sein.
Der Teflonfuß den ich extra für das PUL gekauft hatte passte leider nicht (Die Nadel schlug auf den Fuß auf). Aber auch mit meinem normalen Nähfuß ging das super, klebte nix.

Dann schlug ich die Nahtzugaben der Beinbündchen doppelt ein, um den Tunnelzug zu erstellen. Dabei klappte ich das ganze nach außen, sodass also die wasserfeste Beschichtung nach außen zeigt, um nicht die Stoffseite an der Innenseite der Windel zu haben und somit das Risiko zu erhöhen, dass der Stoff Feuchtigkeit nach außen zieht. Die Tunnelzüge nähte ich dann knappkantig an der Innenkante fest. Dann zog ich den Gummi mithilfe einer kleinen Sicherheitsnadel ein und nähte es an beiden Enden fest.

Dann nähte ich an der hinteren Lasche auch die Nahtzugabe knappkantig um, zog den Gummi ein und nähte ihn an den Markierungen fest. Ich wählte jeweils den Gummi so lang, wie er in der Vorlage zusammengezogen lang war. Mein Gummiband ist leider etwas fester als das in der Vorlage, das wesentlich weicher und elastischer ist. Daher muss ich nun hoffen, dass das nachher passt.

Bei der vorderen Lasche nähte ich einfach die Nahtzugabe der offenen Kante um, nicht knappkantig, da hier kein Gummi hinkommen sollte. Wobei das Fleece (ich hatte einfach eine Fleecedecke von IKEA genommen) soweiso nicht ausfranst. Aber stabiler wird es so schon.

Dann nähte ich die vordere Lasche ringsrum rechts auf rechts auf das vordere Ende des PUL, schnitt die Nahtzugabe des PUL zurück, sodass es hinter der Nahtzugabe des Fleeces verschwindet, wieder um keine Feuchtigkeit zur Naht hin zu ziehen. Dann wendete ich die Lasche, arbeitete die Kante schön aus, und steppte die Kante knapp ab.

Dann kam die hintere Lasche, die nähte ich auch erstmal ringsrum rechts auf rechts auf das PUL (natürlich blieb die offene Kante offen). Dann nähte ich die beiden Enden des Gummizugs direkt unter die gerade entstandene Naht. Dann wendete ich die Lasche, arbeitete rechts und links die Kante schön aus und steppte sie ab. An den Stellen, wo das Gummiband angenäht war, nähte ich etwas Richtung Windelmitte (ca. 1cm) und dann parallel zur äußeren Kante entlang, sodass ein Tunnelzug für das Gummiband entstand.

Dann kamen noch die männlichen Snaps auf den Flügeln der hinteren Lasche und schon war die Windelüberhose fertig ;) Ich hoffe sie passt! Müssen wir morgen gleich mal testen ;)

1x PUL

Hintere Lasche, 1x Fleece

Vordere Lasche, 1x Fleece






Hier sieht man die weißen Beinbündchen. Das ist das nach außen geschlagene PUL.

Es ist nun bereits etwas her, dass ich die Überhose genäht habe. Wir haben sie selten verwendet, weil recht schnell ein Druckknopf an der hinteren Leiste unter das Fleece gerutsch ist, weil sich das Fleece so stark gedehnt hat. Damit hielt die Lasche auf der Seite nur noch an einem Knopf. Außerdem wirkte die Überhose mit nur einer halben Mullwindel als Einlage zu groß. Aber letztens sind uns gleichzeitig 5 Überhosen undicht geworden, und eine erneute Beschichtung hat sich leider in der Waschmaschine wieder abgelöst, und so haben wir sie dann entsorgt. Plötzlich standen wir also nur noch mit 3 Milovias (ich hatte nochmal schnell 2 gekauft, als ich von der Geschäftsaufhabe erfuhr) und meiner selbst genähten da.
Seit den undichten Überhosen tun wir außerdem wieder 2 halbe Mullwindeln rein (also im Endeffekt eine 80x80), weil die einzelnen immer tropfnass waren, sodass die Größe auch wieder besser passt. Und den Druckknopf habe ich entfernt, das Fleece an der Stelle zugenäht und einen neuen Druckknopf angebracht. Schade um den intakten Druckknopf, aber ich habe ihn einfach nicht wieder hinter dem Fleece hervor bekommen.
Jetzt haben wir wieder eine voll intakte, funktionsfähige Überhose. Und falls wir wieder auf einzelne Lagen Mull übergehen, kann ich immernoch die Verkleinerungsdruckknöpfe anbringen.

Also entschloss ich mich, noch eine Überhose zu nähen, während wir auf die Bestellung der neuen warten. Nach einiger Recherche habe ich 3 verschiedene zum ausprobieren bestellt, weil es die gerade entsorgten auch schon nicht mehr gibt. Die hatte ich ja auch schon gebraucht gekauft, wer weiß, wie alt die waren. Haben bestimmt ihren Dienst schon erfüllt.

Heute kam also Version 2. Ich bin dem Schnittmuster treu geblieben und bin der Anleitung hier gefolgt, daher berichte ich nur von den Änderungen:
Abgesehen von einem Fehler, als ich Fleece und Pul leider rechts auf links zusammengenäht hatte, und den Fehler erst bemerkte, als ich die Nahtzugabe bereits zurückgeschnitten hatte, verstärkte ich diesmal die hintere Lasche gleich mehrfach, um diesmal ein ausreißen zu vermeiden: erstens bügelte ich Wonder Dots gegen das Fleece an den Stellen, an denen später die Knöpfe sitzen sollten, und dann nähte ich auch noch einen Streifen Pul dahinter, und zwar quer im Fadenlauf, also so, dass es sich nicht mit dehnt, wenn man an der Lasche zieht um den Knopf zu öffnen. In gleicher Weise habe ich auch den Pul Streifen zur Verstärkung der vorderen Lasche quer im Fadenlauf gewählt. Hoffentlich hält das diesmal.
Die Gummis habe ich auch tendenziell etwas fester konzipiert, dass auch alles schön fest hält. Ich hatte bei der ersten nämlich nicht das Gefühl, dass da irgendwas einschneidet sondern eher, dass sie locker sitzt. Das kann aber auch nur der Eindruck durch das Mehr an Material sein, das eigentlich durch weitere Druckköpfe verkleinert werden müsste.

Ich bin mit dem Ergebnis soweit jedenfalls sehr zufrieden ☺️ jetzt muss sie noch getestet werden.

20.2.20

Improvisiertes Brot mit Lievito Madre

Ich wollte mal wieder ein Brot backen, aber gerne mal wieder was neues. Ich hatte aber keine Lust, mich wieder durch ewig viele Rezepte zu wühlen und die ganze Hefe, die da eigentlich immer drin auftaucht, rauszurechnen. Insgesamt hatte ich Lust auf ein dunkleres Brot als sonst, aber "Schwarzbrot mit Lievito Madre" brachte keine Ergebnisse. Also nahm ich einfach mein normales Rezept, addierte alles Mehl zusammen, und erstellte somit ein Basisrezept. Sauerteig sollte ja jedes Mehl zum gehen bringen, also dachte ich mir, kann ich dann einfach beliebige Mengen gewünschten Mehls zusammenkippen, solange ich auf die gleiche Menge komme. Nur was das Wasser anbelangt müsste man dann evtl. variieren, da jedes Mehl ja unterschiedlich Wasser aufnimmt.

Das Basisrezept war also folgendes:

400g LM
440g Wasser
800g Mehl
3 TL Salz

Da ich ein dunkleres Brot wollte, wurde die Hälfte des Mehls direkt erstmal zu Roggenvollkornmehl. Den Rest ergänzte ich aus Dinkelvollkornmehl und Weizenvollkornmehl, weil ich diese Mengen gerade da hatte. Ausserdem gab ich Sonnenblumenkerne, Chiasamen und Sesam dazu, einfach frei nach Schnautze. Ich stellte dann fest, dass der Teig noch recht fest war, also gab ich auch nochmal 100g Wasser dazu. Dann war er zwar sehr weich, fast schon flüssig, aber es ist ja immer gut, viel Feuchtigkeit im Brot zu haben, also wagte ich den Versuch. Außerdem war ich nicht sicher, wie viel Feuchtigkeit die Chiasamen noch rausziehen würden.

Das fertige Rezept war also folgendes:

400g LM
540g Wasser
400g Roggenvollkornmehl
350g Dinkelvollkornmehl
50g Weizenvollkornmehl
3 TL Salz
Sonnenblumenkerne
Chiasamen
Sesam

Das wurde wie gewohnt in der Küchenmaschine gut geknetet, nach einer halben Stunde nochmal. An der Konsistenz änderte sich in der Zwischenzeit nichts, also haben die Chiasamen da doch nichts weggesüffelt. Um die Masse aus dem Topf zu kriegen gab ich Olivenöl an den Rand und schob das mit einem Teigschaber am Rand entlang nach unten, bis ich die Masse in meinen gusseisernen Topf mit Dauerbackfolie kippen konnte. Ich schnitt das ganze oben ein paar mal ein, aber das hätte ich mir vermutlich sparen können, da die Masse so weich war, dass von "Schnitten" nicht die Rede sein konnte.

Das ganze ging dann gute 6 Stunden einfach bei Raumtemperatur in der Küche. Dann heizte ich wieder den gusseisernen Topf 45 Minuten lang auf 250 Grad vor, lagerte den Teig solange in einer anderen Schüssel und bugsierte ihn dann in den heißen Topf mit Deckel. Den Ofen reduzierte ich direkt auf 230 Grad (der Topf hält die Temperatur ja ne Weile). Nach 20 Minuten reduzierte ich dann auf 180 Grad und bug weitere 40 Minuten.

Und das Ergebnis ist bombastisch! Es roch schon aus dem Ofen unglaublich verlockend! Der Klopftest auf dem Boden sagte uns, dass das Brot durch ist.

Als wir nach einem Ausflug später wieder nach Hause kamen, schnitten wir eine erste Scheibe ab und aßen sie mit Butter, unglaublich lecker! Genau so sollte es werden! Also eigentlich hatte ich keine Vorstellung, wie es werden sollte, aber es traf genau unseren Geschmack!

Das Öl, das ich zum rausholen der Masse aus dem Topf genutzt hatte, war erstaunlicherweise am Brot geblieben und ist nicht eingezogen. Selbst über die nächsten Tage hinweg fasste sich das Brot außen immer etwas ölig an. Das ist merkwürdig, aber soweit kein Problem. Es ist bisher in seiner Brotdose nicht ranzig oder sonst wie oll geworden dadurch.

Auch am heutigen 4. Tag nach dem backen schmeckt das Brot immernoch wie frisch gebacken und sehr saftig! Einfach grandios!

Das nächste Brot kommt mit Sicherheit! Dann vielleicht mit noch mehr Roggenanteil, und vielleicht finde ich noch eine interessante Variante, um einen Teil des Wassers zu ersetzen ... ich denke da an eine Kürbissuppe, die ich vor ein paar Tagen gekocht habe, und die ich einfach nicht aufgegessen kriege ;)


nächstes Mal dürfen noch mehr Sonnenblumenkerne ran :D Chiasamen und Sesam habe ich hingegen garnicht gemerkt.


Heute folgte dann gleich das nächste Brot. Diesmal habe ich leider die Sonnenblumen vergessen, die ich extra nachgekauft hatte. Und die Kürbissuppe war mittlerweile auch vertilgt. Aber ich fand noch Roggenschrot, das ich im Brot versenkte. Das Rezept war folgendes:

380g LM (mehr war leider nicht mehr da)
250g Roggenschrot
300g Roggenvollkornmehl
250g Weizenvollkornmehl
550g Wasser
3 TL Salz

Die Konsistenz war ähnlich wie letztes Mal, tendentiell ein klein wenig trockener. Das Schrot saugt ja auch ne ganze Menge Wasser auf, würde ich vermuten. Beim gehen lassen sah man diesmal tatsächlich, dass sich die Einschnitte auch etwas von einander trennten, also einen Effekt hatten.

Das Brot bug sich schön. Der Duft war nicht ganz so atemberaubend verlockend. Angeschnitten wird morgen.



14.1.20

How to: Kombucha (unedited)

Important things to know:

  • Keep everything (including hands) clean! The scoby (Symbiotic composition of Bacteria and Yiest), as the name suggests, consists of just the right bacteria and yiest that does the fermenting. They digest the sugar to create the nice taste and some carbonation (if you want strong carbonation, check out youtube videos about "2nd fermentation of Kombucha"). You can imagine, if you bring other dirt/bacteria into the mix, bad things happen!
  • Keep the scoby at room temperature. There's a temperature range at which it works best. Too cold and it might stop working altogether, or the yiest might take over and be stronger than the bacteria and then again bad things might happen ... too hot and the scoby dies. If you want to take a Kombucha break, you can easily just let the batch sit there for 3 months or more (I haven't tried more, but after 3 months it still looked good). Then you have super strong vinegar that you can use for house cleaning or to flavor your salad, and just make a new batch as normal.
  • Don't let your scoby come in contact with Metal! I've heard that stainless steel might be fine (there are different grades of stainless steel as well, there might be some better than others), but to be safe, just avoid metal!


Approach:
So first of all, you need a big jar.
Then you cook a lot of very sugary unscented green tea ("Gunpowder" tea was recommended). It apparently also works with black, but I've always used Gunpowder, and you should stick to one tea, after you decided for one (you can switch of course, but then stick to the new one. The scoby gets used to it).
For quantities:
I cook 2.3 liters of Water. When it boils, turn off the stove and add 20g of loose Gunpowder Tea and 250g of brown sugar. Stir to resolve the sugar. Let it soak for 15 minutes. Then filter the tea out. Put a lid on the pot and let it sit for a day in order to cool down to room temperature.
Next day, put the sugary tea into the clean jar(be very picky about hygiene when touching the scoby at all times!), add the Kombucha drink (at least 10% of the total volume of liquid, in our case roughly 300ml) and then put the Scoby in, let it swim wherever it wants. Add a penetrable lid (some textile with a rubber band, so it can breathe but no flies get in. Don't make it airtight) and let it rest in the cupboard without touching it for around 2-3 weeks (depends on taste, start with 2 weeks and then increase as you get used to the taste. It's really weird at first, but super delicious once you get used to it. And very healthy ;) ). Ideally, if you have a jar with a little tap in front (e.g. this one is mine: https://www.galeria.de/Butlers-REFRESH-Getraenkespender-3-5-l/50046223A5.html?gclid=Cj0KCQiA89zvBRDoARIsAOIePbC8YeyphESpXun2RyYlLKNYtZX8g-G55gu7tzE1k2XWa1pGju7s9jsaAhmVEALw_wcB&src=82L000000&utm_medium=nonbrand_pla&utm_source=google), you can taste from time to time to see whether you already like it or not. If it's still too sweet, wait longer. If it's already too sour, just leave it even longer and make vinegar The scoby eats the sugar over time, that's why you put super sugary tea in the beginning, because if the scoby doesn't get its sugar, it will die. My previous batch I've left for 3 months, just because I don't drink it currently due to the pregnancy (because it may contain a little alcohol. No one knows how much, possibly around 2%, so not much, but who knows. I just don't try). It's vinegar already after around 4-5 weeks.
When you leave the jar standing somewhere without touching it (not direct sunlight, but otherwise doesn't matter, doesn't need any light but it also doesn't do harm. Room temperature, no fridge), then it grows a new scoby layer on the top surface of the liquid, which grows thicker the longer you let it stand there. Within those three months, when I had the feeling the layer was getting too thick, I shook it a little so new liquid would get on the surface, so it would grow a new layer on top which I can better separate later. Also, if the surface dries out completely, bad things might happen, that's why I shake it every few weeks. But if you only grow it for consumption (2-3 weeks), you don't need to shake it, just let it sit there until it tastes good.


This is a really nice page with all the information you need, but it's only in German: https://wellness-drinks.de/de/kombucha_wirkung_inhaltsstoffe.html


with the recipe here: https://wellness-drinks.de/de/kombucha_herstellung.html

A super nice (English) YouTube channel covering everything you need to know about Kombucha and more can be found here: https://www.youtube.com/channel/UC9sJNYAq1U00apBoMFXSYlA

Otherwise, Google is your friend :D