12.3.17

2. OHP - Hass mit Liebe

Matthias' Mutter war zu Besuch und wollte gerne mal wissen, wie das mit dem Seife machen so funktioniert. Ich freue mich ja immer, wenn jemand Interesse zeigt 😊 und deshalb schlug ich vor, dass wir zusammen eine OHP herstellen, die sie am nächsten Tag gleich mitnehmen kann. Ich wollte sowieso in einer meiner nächsten Seifen eine pürierte Avocado versenken, also wollte ich das nun tun. Ich wollte quasi das Rezept vom letzten Mal nehmen. Statt 50% Olivenöl nahm ich nun aber 25% Olivenöl und 25% Mandelöl. Einfach nur weil. Nach der Verseifung sollte dann noch Avocadoöl dazu, weil das so gut zur Avocado passt. Dann dachte ich sind bestimmt Rizinusöl und Jojobaöl noch schön. Und zur Festigkeit wieder Babassuöl. Außerdem erhöhte ich den Sauermilchanteil, und nahm Quark statt Buttermilch. Das Rezept sah also folgendermaßen aus:

500g GFM
25% (125g) Olivenöl
25% (125g) Mandelöl
25% (125g) Babassuöl
25% (125g) Sheabutter
33% (165g) destilliertes Wasser
NaOH für 2% Überfettung

nach der Versefung noch zugegeben:
10% (50g) Babassuöl
10% (50g) Avocadoöl
7% (35g) Rizinusöl
3% (15g) Jojobaöl
20% (100g) Quark
1 (133g) Bio-Avocado

Kostenpunkt: 14,30 Euro
Fertige Überfettung: 24,6%

Vorgehen wie letztes Mal, nur diesmal habe ich nicht gewartet, bis Öle/Fette und Lauge abgekühlt sind. Als ich beides zusammengab, hatte die Lauge etwa 80 Grad Celsius und die Fette hatten 46 Grad. Ich konnte dennoch ein paar Mal pürieren, bevor es merklich andickte. Erstaunlich. Dann füllte ich das ganze in den Crockpot und schaltete ihn auf Stufe 1. Dann aßen wir erstmal zu Abend. Nach dem 2-Gänge-Gourmet-Abendessen war die Seife schon durchverseift. Ich pürierte die Avocado, gab den Quark dazu und pürierte beides zusammen. Ich maß die Überfettungsfette ab und erwärmte beides in separaten Messbechern in separaten Wasserbädern (passte leider nicht beides in den gleichen Topf). Mein Thermometer sponn leider rum. Es zeigte die ganze Zeit nur so 46 Grad an. Dann holte ich das zweite, das zeigte plötzlich über 100 Grad an. Ich habe den Finger nicht reingehalten, also keine Ahnung, welches stimmte. Der Wasserdampf hat bestimmt nicht geholfen. Jedenfalls rührte ich die Seife mit dem Schneebesen um, sie wurde schon von selbst wieder recht geschmeidig. Dann rührte ich die Öle unter, dann die Avocado-Quarkcreme. Diesmal hat der Quark auch nicht ausgeflockt, es wurde alles super schön geschmeidig homogen. Es ließ sich diesmal auch super in die Blockform füllen und halbwegs glatt streichen.
Dann steckten wir die Blockform in den Karton und deckten es mit ein paar wenigen Handtüchern ab. Es soll zwar langsam abkühlen, aber es soll schon abkühlen.

Am nächsten Morgen war es zwar ausgekühlt und man konnte es anfassen, ohne dass was am Finger hängen blieb, aber es war noch ultra weich! An Ausformen war nicht zu denken. Also stellte ich die Silikonform in den Tiefkühler. Wir machten unseren Sonntagsausflug, und als wir ca. 6 Stunden später wiederkamen, konnte die Seife aus der Form. Dank Silikon ging das echt gut. Sie ließ sich sogar schneiden. War zwar etwas fest, aber ich hatte Angst, dass sie, wenn sie auftaut und wieder weicher wird, meinen Seifenschneider komplett verschmiert. Wir schnitten sie also in kleine Teile. Wir mögen kleine Seifen. Sie fasste sich beim schneiden schon sehr fettig an. Wir wickelten ein paar Stücken in Frischhaltefolie, betteten sie in Küchenpapier und taten das ganze in eine Plastikdose, auf dass es die Fahrt der Mutter gut übersteht. Meine ließ ich liegen, auf dass sie trocknen und noch hart werden mögen.

Zum Namen: Es war eine Hass-Avocado 😋

Schön geschmeidig, cremig, zart ist sie geworden! 😀 

Schön grün sind sie geworden! 😊
Schön geschmeidig

Das Muster, das ich eingeprägt habe, ist leider schwer zu erkennen







6.3.17

Pure Olive

Da ich am Wochenende nicht dazu kam, wollte ich heute (Montag) eine einfache Seife sieden. Dennoch sollte etwas neues dabei sein. Und es wurden gleich zwei neue Sachen. Zum einen probierte ich mal eine reine Olivenölseife aus, das wollte ich unbedingt mal machen! Eigentlich wollte ich das erst machen, wenn ich Stearin(säure) da habe. Aber ich dachte, mit einer Wasserreduktion von ca. 1:1 Wasser:NaOH sollte das auch ne feste Seife werden. Die zweite Neuerung war die Zitronensäure, die ich ab jetzt in jede Seife geben wollte, seit meine letzte Duschbutter extreme Kalkseife produzierte. Außerdem wollte ich zum ersten Mal eine Gesamtfettmenge von 300g verseifen, aber das zählt nicht als Neuerung.

Also das Rezept:
100% (300g) Olivenöl

40g destilliertes Wasser
NaOH für 15% Überfettung
2 TL Salz, 4 TL Zucker, 9g Zitronensäure in dem destillierten Wasser gelöst
Kostenpunkt: ca. 3,50 Euro

Am Vorabend löste ich den Zucker, das Salz und die Zitronensäure im Wasser auf. Da es nicht viel Wasser war, gestaltete sich das als etwas schwierig. Aber irgendwann war alles gelöst. Ich stellte das ganze mit Deckel in den Kühlschrank, um die Ausgangstemperatur bei Zugabe des NaOH schon gering zu haben, ohne die Flüssigkeit jedoch vorher einzufrieren. Das Olivenöl würde ja sowieso Raumtemperatur haben.

Am nächsten Tag wog ich also das Olivenöl ab und stellte es bereit. Ich bereitete alles vor, ging auf den Balkon, und wog das NaOH ab. Ich begann, es langsam ins Wasser zu geben, und rührte dabei wie gewohnt mit dem Schneebesen. Die Lauge wurde schnell, nach Zugabe von nur wenig NaOH, braun und dick. Ich dachte erst der Zucker würde karamelisieren, aber so heiß war es noch garnicht, und Zucker hatte ich die letzten Male auch drin, und da ist das nicht passiert. Also muss es doch an der Zitronensäure liegen. Ich besorgte mir eine Schüssel mit kaltem Wasser und zwei Kühlakkus und stellte den Laugenbecher da rein, um das ganze schneller runterzukühlen. Ich rührte gründlich weiter und gab nach und nach den Rest NaOH dazu. Das ganze hatte dann dennoch eine Temperatur von 70 Grad. Unglaublich. Ich wartete also, dass das ganze abkühlte. Das ging dank der Kühlakkus deutlich schneller als die letzten Male. Nur so etwa 10 Minuten, dann war das ganze bei ca. 26 Grad. Das Öl war ja bei etwa 20 Grad. Ich gab die Laugenpampe durch das Sieb in die Öle. Da ging kaum was von selbst durchs Sieb. Ich strich das ganze mit dem Silikonlöffel durch. Das ging besser als erwartet. Es ging quasi alles durch, und ungelöste NaOH-Körner gab es auch keine. Dann rührte ich mit dem Löffel los. Die dicke Laugenpampe musste ja erstmal mit dem Öl vermischt werden. Als es homogen aussah und sich durch rühren nicht mehr veränderte, tauchte ich den Püri unter, klopfte die Luftblasen raus (ich muss unbedingt Löcher in die Glocke bohren!) und pürierte etwas. Dann rührte ich wieder, und pürierte noch mehr. Dann rührte ich wieder, und pürierte nochmal. Und nochmal. Und nochmal. Es tat sich nichts. Was bisher viel zu schnell ging, ließ jetzt auf sich warten. Wenn das tatsächlich Seife wird, dann würde sich diese Konsistenz super für Swirls eignen. Gemixt hatte ich das ganze im Messbecher, da die 300g GFM für den Topf zu wenig waren, und weil ich den Topf mangels fester Fette ja auch garnicht brauchte. Mega praktisch! Der Messbecher hatte nämlich bereits eine Tülle, über die ich den Seifenleim direkt in die Form kippen konnte. Der Leim füllte das Rohr, das ich wieder nutzen wollte, bis oben hin, und es war noch etwas übrig um zwei kleine von den Mini-Törtchenformen zu füllen. Ich überfüllte sie etwas, wodurch sie beim hochheben in den Karton überliefen. Das hätte ich lieber noch ins Rohr füllen sollen, aber das lässt sich ja einfach wegwischen.

Dann stellte ich das Rohr wieder in die Holzform (schon sehr praktisch!) und die grüne Törtchenform in den Karton, deckte das ganze mit Pappen und der Wärmflasche ab und legte wieder meine gefühlt 20 Handtücher darüber. Ich hoffe das gelt, und ich hoffe, das wird fest! Aber bestimmt nicht so schnell, wie die letzten Male. Morgen Abend mal gucken. Jetzt gute Nacht!


Komische braune, dicke Lauge :O


Nach 12 Stunden war es noch komplett weich! Nicht mal ein Ansatz des Festwerdens zu erkennen. Ich erneurte die Wärmeflasche und legte sie erneut schlafen. Weitere 12 Stunden später war langsam ein kleiner Film zu erkennen, aber immernoch ultra weich, quasi noch flüssig. Ich machte mir Sorgen, denn in der Zwischenzeit hatte ich auch gelesen, dass reine Olivenölseifen ewig püriert werden müssen, bis da was andickt. Ja, dass da nichts andickte, habe ich ja gemerkt. Jetzt machte ich mir Sorgen, ob ich überhaupt lange genug püriert hatte, dass daraus Seife wird. Ich dachte schon ich müsste nochmal alles zusammenkippen und weiter pürieren. Oder gar alles wegschmeißen. Aber ich wollte erstmal noch abwarten. Bisher war Geduld immer der Schlüssel zum Erfolg. Und sieheda, nach weiteren 12 Stunden waren die kleinen Einzelformen bereits nichtmehr eindrückbar. Ich ließ alles sicherheitshalber noch 12 Stunden im Bettchen. Außerdem hatte ich gerade keine Zeit, die Seife zu schneiden. Am Abend, also weitere 12 Stunden später, lösten sich die Einzelformen quasi schon von selbst. Aus dem Rohr war ein wenig unten ausgelaufen, aber nur minimal. Ich löste den Klebestreifen, zog die Folie unten ab und drückte. Glücklicherweise drückte sich nicht mein Finger in die Seife sondern die Seife aus dem Rohr. Also doch hart, Glück gehabt. Es kam ein schönes rundes Seifenstück raus, das nichtmal, soweit ich das beurteilen konnte, von einer feuchten Schicht überzogen war wie bisher. Vielleicht durch die zwei Tage Ruhezeit. Ich habe aber nicht gekostet, ob da noch was brizzelt 😉  Das sah einfach so gut aus. Schneiden ging auch wunderbar. Und stempeln dann auch. Nichts brach. Einfach ein ganz tolles Stück Seife. Und den neuen Stempel, den mir die liebe Trude zugeschickt hat, konnte ich nun auch ausprobieren. Ganz toll, das hätte ich nicht erwartet! Der Schmetterling und der Stern sind von ihr.



Die erste Seife, mit der ich vollends zufrieden bin! Hoffen wir, dass von der Zitronensäure auch was mit dem NaOH reagiert hat, und nicht nur mit dem Zucker. Sonst wird sie leider doch sehr aggressiv (2-3% Überfettung) und ohne Entkalker. Ich bin gespannt.