Gestern war ich auf der Creativmesse hier in München. Da gab es auch ein paar Seifenstände, aber alle nur mit fertiger Seife. Das letzte was ich brauche, ist fertige Seife :D Aber eine Seife hatte eine schöne Form. Da war ich kurz davor, die Seife zu kaufen, um sie dann abformen zu können. Stattdessen wollte ich mir selbst einen Fuß formen. Nase hab ich ja letztes Mal gemacht.
Vor einiger Zeit erhielt ich im 4um ein neues Rezept für noch bessere Knete, als nur mit normalem Salzteig, wie ich ihn bisher gemacht habe. Das musste ich unbedingt ausprobieren. Den Tab hatte ich seither immer offen gelassen. Gestern packte es mich dann, und ich probierte es. Ich hielt mich genau ans Rezept. Bei der Zitronensäure war ich mir nicht sicher, ich gab sie einfach kristallin dazu und goss dann das kochende Wasser drauf. Erst nur ca. 150ml, dann nochmal die restlichen 50ml, weil ich mir bei der Konsistenz noch nicht ganz sicher war. Und das war toll! Noch recht warm, super geschmeidig, super Konsistenz! Echt um Längen besser, als der normale Salzteig, den ich die letzten 2 Male gemacht habe. Daraus entstand nun der Fuß. Für den Comiclook bekam der Fuß nur 4 Zehen. Der Fuß ist mächtig groß geworden, das wird ne Monsterseife!
Außerdem hatte ich letztens die Idee, die verbrannte, hockende Figur, die ich als Kind mal in der Sommerkunstwerkstatt in groß gebaut habe, nachzubauen. Spontan hatte ich noch die Idee, einen Mund zu formen. Dann gingen mir aber die Ideen aus, und ich tat den restlichen Teig in den Kühlschrank.
Hier nochmal das von oben zitierte Rezept:
200 gr Mehl
70 gr Salz
1 EL Zitronensäure oder Weinsteinsäure
3 EL Öl
150 - 200 ml kochendes Wasser
Mehl und Salz in einer hohen Schüssel (Messbecher) verrühren, Öl dazu und verrühren, Zitronensäure dazurühren, dann das kochende Wasser drauf und mit dem Rührgerät (Teigaufsatz) rühren bis glatt.
Die Fotos entstanden leider erst am nächsten Tag, daher sehen sie schon etwas angeschrumpelt aus. Frisch ist der Teig super glatt!
26.2.17
Petras Traumandel - My fair Lady
Heute war wieder Sonntag, und den konnte ich ja nicht verstreichen lassen, ohne eine Seife herzustellen. Außerdem hatte ich mir letzte Woche aus dem Baumarkt ein Rohr mitgebracht und abgesägt, und das wollte ich gerne ausprobieren. Ich kann mir vorstellen, dass mir runde Seifen besonders gut gefallen, dass sie besonders gut in der Hand liegen. Auch wollte ich wieder färben üben. Diesmal wählte ich grün. Und da grün so schön frisch aussieht, wollte ich auch ein paar frische Zitrusdüfte in der Seife versenken. Der Gedanke kam mir zwar erst, als ich die Armee ätherische Öle im Kühlschrank wahrnahm, aber da war es ja noch nicht zu spät. In die Berechnung des NaOH fließen die sowieso nicht mit ein.
Ich wollte wieder eins von Petras viel erprobten Rezepten nehmen. Eigentlich hatte ich Lust auf Olive 70Plus, aber ich hatte kein Stearin und hatte Angst, dass die Seife ohne nicht fest wird oder schleimt (beides soll Stearin verhindern). Also entschied ich mich kurzerhand für Petras Traumandel Rezept, weil ich da alles da hatte und das gut klang. Nicht zu schade um die Zutaten, falls es schief geht. Ich habe mit einem anderen Rezept geliebäugelt, in dem aber der Hauptteil aus Avocadoöl bestand, das war mir dann doch zu schade. Wenn ich geübter bin probiere ich das.
Das Rezept ist also:
GFM 500g
26% (130g) Kokosöl
20% (100g) Mandelöl
20% (100g) Olivenöl
18% (90g) Reiskeimöl
10% (50g) Traubenkernöl
6% (30g) Kakaobutter
25% (140g) destilliertes Wasser, darin 2TL Salz und 4 TL Zucker gelöst
20 Tropfen ätherisches Geraniumöl
40 Tropfen ätherisches Benzoe Siam Öl
40 Tropfen ätherisches Limettenöl
40 Tropfen ätherisches Citronellaöl
1/2 TL grünes Pigment
NaOH für 15% Überfettung
Kostenpunkt: ca. 10 Euro
Ich hatte von der lieben Trude Stein-Silikonformen zugeschickt bekommen (und verschiedene andere tolle Sachen *schwärm*! Ein Träumchen!), und die wollten eingeweiht werden. Da wollte ich also erstmal einfarbigen Leim reinfüllen (grün gestreifte Steine sehen vielleicht komisch aus). Genauso verfuhr ich mit meiner Nase. Ich wollte da ja endlich mal eine glatte Seife rauskriegen, um die nochmal abformen zu können. Der Salzteig war ja kaputt gegangen.
Also maß ich Öle und Fette ab, schmolz die Fette und gab beides zusammen. In den Ölen hatte ich einfach direkt die ätherischen Öle versenkt. Ich hatte letztens im 4um irgendwo gelesen, dass man damit einfach besser abschätzen kann, wie schnell der Leim andickt, und man dann keine plötzlichen bösen Überraschungen erlebt, wenn man das ätherische Öl zum Leim gibt.
Salz und Zucker hatte ich vorher schon im destillierten Wasser aufgelöst (wieder im Schraubglas geschüttelt, das geht echt gut!) und die Lauge hergestellt, die jetzt schön abkühlen konnte. Danach haben wir erstmal gemütlich gefrühstückt. Danach war die Lauge immernoch auf 40 Grad, also kam sie nochmal auf den Balkon. Sie war erstaunlich grisselig, da schwammen richtig Flocken rum. Ich vermute, ich habe die Knete vom Vortag, die ich darin angerührt hatte, nicht ordentlich abgewaschen. Ich hatte den Becher aber extra kurz vorher abgewaschen, komisch. Aber sonst habe ich die Lauge ja genauso hergestellt, wie letztes Mal, und da waren keine Grissel. Also kann es ja nichts anderes sein.
Den halben TL pigment rührte ich diesmal in etwas von dem destillierten Wasser, statt wie letztes Mal in Öl. Das ging auch super!
Als beides auf 26,nochwas abgekühlt war, gab ich die Lauge durch ein Sieb zu den Fetten und rührte brav mit dem Löffel los. Es war schon jetzt etwas dicker als letztes Mal. Die ätherischen Öle haben doch etwas angedickt, das merkte man schon am Fett selbst, bevor die Lauge dazu kam. Ich pürierte also nur ganz wenig, dass der Leim etwas heller wurde. Er war dann schon zwischen Cremesuppe und Pudding. Ich goss ihn in meine Seifengießkanne, goss ein bisschen davon in die Farbe, und füllte den ersten Stein mit dem Grundleim. Der sollte ja einfarbig bleiben. Die Nase wurde auch gleich gefüllt. dann rührte ich den farbigen Leim an und goss das ganze zurück in den Grundleim. Da rührte ich dann nur 1x quer mit dem Löffel durch (bloß nicht zu viel, dass sich die Farben nicht komplett mischen) und goss das dann in die Röhre, die ich vorher unten mit Folie abgeklebt und innen mit Folie ausgelegt hatte (dazu habe ich eine matte Klarsichtfolie aufgeschnitten). Der restliche Leim reichte noch für den 2. Stein (der wird nun wohl streifig) und den Totenkopf. Der Leim sah wieder ziemlich homogen gemischt aus, ich bin gespannt, ob man nachher tatsächlich Farbstreifen sehen kann.
Die Einzelformen stellte ich in einen kleinen Karton, legte da Pappe drauf und legte da die Wärmflasche drauf. Die Röhre musste ja hochkant stehen bleiben, also stellte ich sie in den aufrechten Holzrahmen meiner Blockform (passte glücklicherweise genau rein, vorher getestet natürlich), stellte den Rahmen direkt hinter den Karton, und deckte alles mit Handtüchern zu. Angeblich soll man die Seife, wenn sie gegelt hat, wiedermal nach 4 Stunden schon ausformen können. Ich bin gespannt, ob das heute klappt ;) Diesmal habe ich mit der Überfettung ja nicht so übertrieben.
Am Abend konnte ich schon ausformen. Das herausschieben der Seife aus dem Rohr gestaltete sich als etwas schwierig. Als ich an der Folie zog, kam die Folie raus, aber nicht die Seife. Also löste ich die Folie am einen Ende, die die Seife am auslaufen gehindert hatte, und drückte von dort. Die Seife war außen wieder von einer flüssigen Schicht überzogen. Ich habe das Gefühl, das ist normal. Beim schneiden tauchten leider ein paar farbige Löcher auf, aus denen brizzelnde Farbe austrat. Ich legte die Stücken erstmal hin, und nach zwei Tagen brizzelte auch nichts mehr. Glück gehabt.
Zum Namen: es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen :)
Ich wollte wieder eins von Petras viel erprobten Rezepten nehmen. Eigentlich hatte ich Lust auf Olive 70Plus, aber ich hatte kein Stearin und hatte Angst, dass die Seife ohne nicht fest wird oder schleimt (beides soll Stearin verhindern). Also entschied ich mich kurzerhand für Petras Traumandel Rezept, weil ich da alles da hatte und das gut klang. Nicht zu schade um die Zutaten, falls es schief geht. Ich habe mit einem anderen Rezept geliebäugelt, in dem aber der Hauptteil aus Avocadoöl bestand, das war mir dann doch zu schade. Wenn ich geübter bin probiere ich das.
Das Rezept ist also:
GFM 500g
26% (130g) Kokosöl
20% (100g) Mandelöl
20% (100g) Olivenöl
18% (90g) Reiskeimöl
10% (50g) Traubenkernöl
6% (30g) Kakaobutter
25% (140g) destilliertes Wasser, darin 2TL Salz und 4 TL Zucker gelöst
20 Tropfen ätherisches Geraniumöl
40 Tropfen ätherisches Benzoe Siam Öl
40 Tropfen ätherisches Limettenöl
40 Tropfen ätherisches Citronellaöl
1/2 TL grünes Pigment
NaOH für 15% Überfettung
Kostenpunkt: ca. 10 Euro
Ich hatte von der lieben Trude Stein-Silikonformen zugeschickt bekommen (und verschiedene andere tolle Sachen *schwärm*! Ein Träumchen!), und die wollten eingeweiht werden. Da wollte ich also erstmal einfarbigen Leim reinfüllen (grün gestreifte Steine sehen vielleicht komisch aus). Genauso verfuhr ich mit meiner Nase. Ich wollte da ja endlich mal eine glatte Seife rauskriegen, um die nochmal abformen zu können. Der Salzteig war ja kaputt gegangen.
Also maß ich Öle und Fette ab, schmolz die Fette und gab beides zusammen. In den Ölen hatte ich einfach direkt die ätherischen Öle versenkt. Ich hatte letztens im 4um irgendwo gelesen, dass man damit einfach besser abschätzen kann, wie schnell der Leim andickt, und man dann keine plötzlichen bösen Überraschungen erlebt, wenn man das ätherische Öl zum Leim gibt.
Salz und Zucker hatte ich vorher schon im destillierten Wasser aufgelöst (wieder im Schraubglas geschüttelt, das geht echt gut!) und die Lauge hergestellt, die jetzt schön abkühlen konnte. Danach haben wir erstmal gemütlich gefrühstückt. Danach war die Lauge immernoch auf 40 Grad, also kam sie nochmal auf den Balkon. Sie war erstaunlich grisselig, da schwammen richtig Flocken rum. Ich vermute, ich habe die Knete vom Vortag, die ich darin angerührt hatte, nicht ordentlich abgewaschen. Ich hatte den Becher aber extra kurz vorher abgewaschen, komisch. Aber sonst habe ich die Lauge ja genauso hergestellt, wie letztes Mal, und da waren keine Grissel. Also kann es ja nichts anderes sein.
Den halben TL pigment rührte ich diesmal in etwas von dem destillierten Wasser, statt wie letztes Mal in Öl. Das ging auch super!
Als beides auf 26,nochwas abgekühlt war, gab ich die Lauge durch ein Sieb zu den Fetten und rührte brav mit dem Löffel los. Es war schon jetzt etwas dicker als letztes Mal. Die ätherischen Öle haben doch etwas angedickt, das merkte man schon am Fett selbst, bevor die Lauge dazu kam. Ich pürierte also nur ganz wenig, dass der Leim etwas heller wurde. Er war dann schon zwischen Cremesuppe und Pudding. Ich goss ihn in meine Seifengießkanne, goss ein bisschen davon in die Farbe, und füllte den ersten Stein mit dem Grundleim. Der sollte ja einfarbig bleiben. Die Nase wurde auch gleich gefüllt. dann rührte ich den farbigen Leim an und goss das ganze zurück in den Grundleim. Da rührte ich dann nur 1x quer mit dem Löffel durch (bloß nicht zu viel, dass sich die Farben nicht komplett mischen) und goss das dann in die Röhre, die ich vorher unten mit Folie abgeklebt und innen mit Folie ausgelegt hatte (dazu habe ich eine matte Klarsichtfolie aufgeschnitten). Der restliche Leim reichte noch für den 2. Stein (der wird nun wohl streifig) und den Totenkopf. Der Leim sah wieder ziemlich homogen gemischt aus, ich bin gespannt, ob man nachher tatsächlich Farbstreifen sehen kann.
Die Einzelformen stellte ich in einen kleinen Karton, legte da Pappe drauf und legte da die Wärmflasche drauf. Die Röhre musste ja hochkant stehen bleiben, also stellte ich sie in den aufrechten Holzrahmen meiner Blockform (passte glücklicherweise genau rein, vorher getestet natürlich), stellte den Rahmen direkt hinter den Karton, und deckte alles mit Handtüchern zu. Angeblich soll man die Seife, wenn sie gegelt hat, wiedermal nach 4 Stunden schon ausformen können. Ich bin gespannt, ob das heute klappt ;) Diesmal habe ich mit der Überfettung ja nicht so übertrieben.
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| Pigment in Wasser angerührt |
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| Das Benzoe Siam öl macht lustige Tropfen im Öl |
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| Grissel in der Lauge |
Am Abend konnte ich schon ausformen. Das herausschieben der Seife aus dem Rohr gestaltete sich als etwas schwierig. Als ich an der Folie zog, kam die Folie raus, aber nicht die Seife. Also löste ich die Folie am einen Ende, die die Seife am auslaufen gehindert hatte, und drückte von dort. Die Seife war außen wieder von einer flüssigen Schicht überzogen. Ich habe das Gefühl, das ist normal. Beim schneiden tauchten leider ein paar farbige Löcher auf, aus denen brizzelnde Farbe austrat. Ich legte die Stücken erstmal hin, und nach zwei Tagen brizzelte auch nichts mehr. Glück gehabt.
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| Ein Herzchen :) |
Zum Namen: es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen :)
19.2.17
1. farbige Seife - Plötzlich Prinzessin
Ich wollte mich endlich mal an Farbe versuchen. Meine letzten Versuche waren ja unglaublich schnell dick, sodass an umständliche sogenannte "Swirls" nicht zu denken gewesen wäre. Da bin ich sowieso noch nicht, aber die Konsistenz, um mich daran mal zu versuchen, wollte ich schon irgendwann mal raushaben. Also habe ich mich dahingehend besonders informiert, und ein Rezept von Petra aus dem seifen4um genommen, das sich wohl zum färben als besonders geeignet herausgestellt hat. Ich wollte mich langsam an höhere Überfettungen rantasten, also fing ich mit 20% Überfettung an.
Hier also das Rezept:
500g GFM
29% Olivenöl
29% Distelöl (normales, kein HO, mal schauen wie schnell das ranzt)
22% Kokosöl
16% Reisöl
4% Kakaobutter
25% destilliertes Wasser (reduziert, weil so viele flüssige Öle)
2TL Salz und 4 TL Zucker in der Laugenflüssigkeit (vor dem NaOH)
1 knapper TL lila Pigment
NaOH für 20% Überfettung
Kostenpunkt: ca. 5 Euro.
Ich habe das Wasser in ein Schraubglas abgemessen, Salz (gemörsert) und Zucker dazu und geschüttelt bis alles gelöst war. Dann kam das Wasser in den Messbecher und ich rührte die Lauge an und ließ sie im Zimmer abkühlen.
Ich schmolz die paar festen Fette und gab die Öle dazu. Das ganze hatte jetzt schon nur eine Temperatur von ca. 40 Grad, weil es ja so viele flüssige Öle, teils auf Zimmertemperatur und teils auf Kühlschranktemperatur waren. Also brachte ich die (ca. 68 Grad warme) Lauge doch wieder auf den Balkon zum auskühlen. Ich hatte Glück und beides war zur gleichen Zeit auf etwa 28 Grad *yay*.
Ich hatte mir vorher noch Petras YouTube Video zur richtigen Leimkonsistenz angesehen und festgestellt, dass man viel mehr mit dem Löffel rühren kann als ich das bisher getan habe. Ich dachte immer, das bringt nicht so richtig viel.
Also habe ich die Lauge durch das Sieb in die Fette gegeben und angefangen, mit dem Löffel zu rühren. Leider habe ich in Petras Video bei dem Löffeltest nicht wirklich einen Unterschied gesehen, zwischen den ersten Löffeltests und dem, als es wohl fertig war. Als ich das Gefühl hatte, eine Cremesuppe auf dem Löffel zu haben, hörte ich auf.
Vorher hatte ich in einem Teil der flüssigen Öle einen knappen Teelöffel lila Pigment eingerührt. Das ging auch ganz gut. In den Messbecher mit der Farbe kippte ich nun einen Teil des Seifenleims und rührte die Farbe unter. Es wurde ziemlich dunkel.
Ich hatte die Tage immer wieder überlegt, was für eine Färbung ich denn machen würde. Mein Favorit war die Tröpfchentechnik. Aber erstmal wollte ich es einfach mit möglichst wenig Hilfsmitteln. Ich hatte auch überlegt, den farbigen Teil in einen Spritzbeutel zu tun und dann in den Grundleim zu spritzen. Aber auch das war mir zu viel Ferkelei. Ich hatte dann letztendlich eigentlich vor, den bunten Leim aus einer gewissen Höhe einfach auf den Grundleim zu gießen, auf dass er einsinke, hoffentlich bis grob zur Mitte. Aber einer spontanen Eingebung folgend, goss ich den ungefärbten Leim auch noch in einen zweiten Messbecher. Ich stellte die Form schräg und goss die beiden Leime abwechselnd an der langen Kante entlang. Ich hoffte auf schöne feine Streifen. Dafür war der Leim aber vermutlich doch zu flüssig, ich hätte diesmal noch etwas länger pürieren können, aber ich hatte Angst wegen der Erfahrung der letzten Male ... die Streifen vermischten sich. In denke, wenn ich sie aufschneide, werde ich einfach nur komplett lila Seife haben. Ich bin gespannt ;)
Dann schob ich die Blockform in ihren Karton, legte eine Wärmflasche drauf, und deckte es wieder mit all meinen Handtüchern ab.
Angeblich, wenn sie gelt, kann man sie bereits nach 4 Stunden ausformen. Ich bin gespannt, 1. ob sie gelt, und 2. ob das stimmt ;) Ich schaue heute Abend mal nach.
Die Seife wurde ewig nicht fest. Angeblich sollte man sie nach einer guten Gelphase nach 4 Stunden bereits ausformen können. Nach etwa 31 Stunden versuchte ich es einfach. Ich stellte fest, dass doch nicht alles lila geworden ist. Unter dem lila kam doch noch heller Leim zum Vorschein. Zu meiner Überraschung war der helle Leim auch steinhart, nur der lila Leim war noch weich. Ich bin gespannt, ob das noch härter wird, und woran das liegt. Das schneiden gestaltete sich als entsprechend schwierig. Ich wollte den Seifenschneider nicht vollschmieren, also wollte ich es nicht auf die weiche Seite legen. Mit der harten Seite nach unten kam der Draht aber nicht durch. Matthias hatte die super Idee, sie auf die Seite zu legen. Das ging schon besser. Am letzten Ende hing der Draht trotzdem immer fest, und wenn ich den Block seitlich gekippt habe, um den Draht bis unten durch zu kriegen, brach das Ende teilweise ab. Vermutlich muss ich den Schlitz im Seifenschneidergestell noch etwas tiefer sägen. Stempeln ging halbwegs, aber bei größeren Stempeln und mehr Druck brach die Seife, wenn ich den hellen/harten Teil gestempelt habe. Im weichen/lila Teil ging es besser.
Zum Namen: Erst kam sie so unscheinbar daher, ich dachte sie wäre einfach durch und durch lila, und dann packe ich sie aus und stelle fest, sie hat doch ihren Reiz. Und zickig ist sie auch noch. Eine perfekte plötzliche Prinzessin 😉
PS: Nachrechnen ergab, dass der weiße Teil nur ca. 15% und der lila Teil ca. 26% überfettet ist. Da ist es ja nur logisch, dass der länger brauchte zum fest werden. Mittlerweile (ca. ne Woche später) ist aber auch der ausreichend fest. Man kann ihn mittlerweile anfassen, aber wenn man will auch noch eindrücken. Aber es wird ;)
Hier also das Rezept:
500g GFM
29% Olivenöl
29% Distelöl (normales, kein HO, mal schauen wie schnell das ranzt)
22% Kokosöl
16% Reisöl
4% Kakaobutter
25% destilliertes Wasser (reduziert, weil so viele flüssige Öle)
2TL Salz und 4 TL Zucker in der Laugenflüssigkeit (vor dem NaOH)
1 knapper TL lila Pigment
NaOH für 20% Überfettung
Kostenpunkt: ca. 5 Euro.
Ich habe das Wasser in ein Schraubglas abgemessen, Salz (gemörsert) und Zucker dazu und geschüttelt bis alles gelöst war. Dann kam das Wasser in den Messbecher und ich rührte die Lauge an und ließ sie im Zimmer abkühlen.
Ich schmolz die paar festen Fette und gab die Öle dazu. Das ganze hatte jetzt schon nur eine Temperatur von ca. 40 Grad, weil es ja so viele flüssige Öle, teils auf Zimmertemperatur und teils auf Kühlschranktemperatur waren. Also brachte ich die (ca. 68 Grad warme) Lauge doch wieder auf den Balkon zum auskühlen. Ich hatte Glück und beides war zur gleichen Zeit auf etwa 28 Grad *yay*.
Ich hatte mir vorher noch Petras YouTube Video zur richtigen Leimkonsistenz angesehen und festgestellt, dass man viel mehr mit dem Löffel rühren kann als ich das bisher getan habe. Ich dachte immer, das bringt nicht so richtig viel.
Also habe ich die Lauge durch das Sieb in die Fette gegeben und angefangen, mit dem Löffel zu rühren. Leider habe ich in Petras Video bei dem Löffeltest nicht wirklich einen Unterschied gesehen, zwischen den ersten Löffeltests und dem, als es wohl fertig war. Als ich das Gefühl hatte, eine Cremesuppe auf dem Löffel zu haben, hörte ich auf.
Vorher hatte ich in einem Teil der flüssigen Öle einen knappen Teelöffel lila Pigment eingerührt. Das ging auch ganz gut. In den Messbecher mit der Farbe kippte ich nun einen Teil des Seifenleims und rührte die Farbe unter. Es wurde ziemlich dunkel.
Ich hatte die Tage immer wieder überlegt, was für eine Färbung ich denn machen würde. Mein Favorit war die Tröpfchentechnik. Aber erstmal wollte ich es einfach mit möglichst wenig Hilfsmitteln. Ich hatte auch überlegt, den farbigen Teil in einen Spritzbeutel zu tun und dann in den Grundleim zu spritzen. Aber auch das war mir zu viel Ferkelei. Ich hatte dann letztendlich eigentlich vor, den bunten Leim aus einer gewissen Höhe einfach auf den Grundleim zu gießen, auf dass er einsinke, hoffentlich bis grob zur Mitte. Aber einer spontanen Eingebung folgend, goss ich den ungefärbten Leim auch noch in einen zweiten Messbecher. Ich stellte die Form schräg und goss die beiden Leime abwechselnd an der langen Kante entlang. Ich hoffte auf schöne feine Streifen. Dafür war der Leim aber vermutlich doch zu flüssig, ich hätte diesmal noch etwas länger pürieren können, aber ich hatte Angst wegen der Erfahrung der letzten Male ... die Streifen vermischten sich. In denke, wenn ich sie aufschneide, werde ich einfach nur komplett lila Seife haben. Ich bin gespannt ;)
Dann schob ich die Blockform in ihren Karton, legte eine Wärmflasche drauf, und deckte es wieder mit all meinen Handtüchern ab.
Angeblich, wenn sie gelt, kann man sie bereits nach 4 Stunden ausformen. Ich bin gespannt, 1. ob sie gelt, und 2. ob das stimmt ;) Ich schaue heute Abend mal nach.
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| Links: feste Fette. Rechts: flüssige Öle. |
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| etwas lila Pigment in etwas Öl angerührt |
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| schräg gestellte Blockform |
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| In Streifen gegossen - alles vermischt |
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| Form mit flüssiger Seife im Karton ... |
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| ... abgedeckt von einer Wärmflasche und ca. 15 Handtüchern |
Die Seife wurde ewig nicht fest. Angeblich sollte man sie nach einer guten Gelphase nach 4 Stunden bereits ausformen können. Nach etwa 31 Stunden versuchte ich es einfach. Ich stellte fest, dass doch nicht alles lila geworden ist. Unter dem lila kam doch noch heller Leim zum Vorschein. Zu meiner Überraschung war der helle Leim auch steinhart, nur der lila Leim war noch weich. Ich bin gespannt, ob das noch härter wird, und woran das liegt. Das schneiden gestaltete sich als entsprechend schwierig. Ich wollte den Seifenschneider nicht vollschmieren, also wollte ich es nicht auf die weiche Seite legen. Mit der harten Seite nach unten kam der Draht aber nicht durch. Matthias hatte die super Idee, sie auf die Seite zu legen. Das ging schon besser. Am letzten Ende hing der Draht trotzdem immer fest, und wenn ich den Block seitlich gekippt habe, um den Draht bis unten durch zu kriegen, brach das Ende teilweise ab. Vermutlich muss ich den Schlitz im Seifenschneidergestell noch etwas tiefer sägen. Stempeln ging halbwegs, aber bei größeren Stempeln und mehr Druck brach die Seife, wenn ich den hellen/harten Teil gestempelt habe. Im weichen/lila Teil ging es besser.
Zum Namen: Erst kam sie so unscheinbar daher, ich dachte sie wäre einfach durch und durch lila, und dann packe ich sie aus und stelle fest, sie hat doch ihren Reiz. Und zickig ist sie auch noch. Eine perfekte plötzliche Prinzessin 😉
PS: Nachrechnen ergab, dass der weiße Teil nur ca. 15% und der lila Teil ca. 26% überfettet ist. Da ist es ja nur logisch, dass der länger brauchte zum fest werden. Mittlerweile (ca. ne Woche später) ist aber auch der ausreichend fest. Man kann ihn mittlerweile anfassen, aber wenn man will auch noch eindrücken. Aber es wird ;)
Eingeschmolzen: Meine erste 25er wird zur Duschbutter
Halli Hallo,
meine erste Seife, die ja allgemein recht gut geworden ist, war mir dann aber doch zu austrocknend für die Hände. Sie hat ja auch nur eine Überfettung von 10%. Man muss sich ja langsam rantasten 😉 . Die OHP hatte 18%, meine Hotelseifengeschmolzene Duschbutter hat 33% (die geht schon ganz gut zum duschen), also soll die jetzige 40% kriegen. Noch höher habe ich noch nie irgendwo gesehen.
Die 25er Seife hatte ja schon eine Überfettung von 10%. Davon behielt ich ein paar Stücken übrig und den Rest schnitt ich mit dem Messer in kleine Stücken. Das ergaben 340g. Da wollte ich jetzt 50% weiteres Fett zugeben. Ich wollte auch versuchen, ob dieses zusätzliche Fett auch aus flüssigen Ölen bestehen darf. Das "Rezept" lautet also wie folgt:
340g Seifenschnipsel
42,5g Olivenöl
42,5g Mandelöl
42,5g Sheabutter
42,5g Kakaobutter
UPDATE: Ich hatte ganz vergessen, dass ich unterwegs noch 1-2 EL Honig in destilliertem Wasser geschmolzen und dazugekippt habe.
Damit habe ich mich auch wieder an die gleichen Zutaten wie beim Rezept für die Seifenschnipsel gehalten (fast, ursprünglich war Kokosöl statt Sheabutter drin. Hups 😁 ).
Die weiteren Fette ergeben zusammen 170g. 10% von 340g sind ja 34g, plus die 170g ergibt sich eine Überfettung von genau 40%. Perfekt 😌
Am nächsten Tag früh ließ sich erstmal nichts ausformen. Viel zu weich! Vielleicht war das doch zu viel flüssiges Öl? Ich packte es dann erstmal in den Tiefkühler. Noch ein Tag später bekam ich dann alles heil aus der den Formen. Leider sind dennoch nicht alle Formen heil, da der Seifenleim so dick war und zum teil noch ungelöste Stücken hatte, sodass der Leim nicht in alle Ecken der Formen gedrungen war. Ist mir aber egal, ist ja nur ne Duschbutter, im Säckchen muss es nicht gut aussehen. Dennoch freue ich mich immer wieder über die Formen 😊
meine erste Seife, die ja allgemein recht gut geworden ist, war mir dann aber doch zu austrocknend für die Hände. Sie hat ja auch nur eine Überfettung von 10%. Man muss sich ja langsam rantasten 😉 . Die OHP hatte 18%, meine Hotelseifengeschmolzene Duschbutter hat 33% (die geht schon ganz gut zum duschen), also soll die jetzige 40% kriegen. Noch höher habe ich noch nie irgendwo gesehen.
Die 25er Seife hatte ja schon eine Überfettung von 10%. Davon behielt ich ein paar Stücken übrig und den Rest schnitt ich mit dem Messer in kleine Stücken. Das ergaben 340g. Da wollte ich jetzt 50% weiteres Fett zugeben. Ich wollte auch versuchen, ob dieses zusätzliche Fett auch aus flüssigen Ölen bestehen darf. Das "Rezept" lautet also wie folgt:
340g Seifenschnipsel
42,5g Olivenöl
42,5g Mandelöl
42,5g Sheabutter
42,5g Kakaobutter
UPDATE: Ich hatte ganz vergessen, dass ich unterwegs noch 1-2 EL Honig in destilliertem Wasser geschmolzen und dazugekippt habe.
Damit habe ich mich auch wieder an die gleichen Zutaten wie beim Rezept für die Seifenschnipsel gehalten (fast, ursprünglich war Kokosöl statt Sheabutter drin. Hups 😁 ).
Die weiteren Fette ergeben zusammen 170g. 10% von 340g sind ja 34g, plus die 170g ergibt sich eine Überfettung von genau 40%. Perfekt 😌
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| Seifenschnipsel |
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| ... mit zugefügten Fetten und Ölen |
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| Zum Teil geschmolzene Seife, hier mit frisch zugefügtem heißem Wasser. Das sah hier so flüssig aus, wurde aber wieder erstaunlich fest im Topf! |
Am nächsten Tag früh ließ sich erstmal nichts ausformen. Viel zu weich! Vielleicht war das doch zu viel flüssiges Öl? Ich packte es dann erstmal in den Tiefkühler. Noch ein Tag später bekam ich dann alles heil aus der den Formen. Leider sind dennoch nicht alle Formen heil, da der Seifenleim so dick war und zum teil noch ungelöste Stücken hatte, sodass der Leim nicht in alle Ecken der Formen gedrungen war. Ist mir aber egal, ist ja nur ne Duschbutter, im Säckchen muss es nicht gut aussehen. Dennoch freue ich mich immer wieder über die Formen 😊
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| Meine Lieblingsform :) |
13.2.17
Selbstgebauter Seifenschneider
Nachdem das mit den Korken und der Gitarrensaite letztens nur recht schmerzlich funktioniert hat, habe ich mir bei Lumbinigarden den sogenannten "Stückwerker" gekauft. Als er da war, baute ich die Halterung dazu. Die wollte ich so breit wie möglich machen, um so breite wie möglich Seifenstücke darin schneiden zu können. Die Seifenform, die vorgestern endlich ankam (nach 1,5 Monaten), habe ich mir auch breiter vorgestellt. Aber Potential ist alles 😁
Mein Holz, das ich schon da hatte, war 18 mm dick. Der Stückwerker hat einen Innenraum von ca. 13 cm. Da wollte ich nicht nochmal knapp 4 cm abziehen, und nur 9 cm breite Seifen schneiden können. Also fuhr ich zum Baumarkt und wollte dünneres Holz für die Seitenwände kaufen. Ich wurde in der Restewühlkiste fündig. Da war ein Stück einer Art Schrankrückwand, ohne Preisschild. Ich fragte den Herren am Zuschnitt, und der klebte einfach einen 1-Euro Aufkleber drauf. Kurz bei den großen Stücken geguckt sah ich, dass das ein Schnäppchen ist. Und besseres Holz habe ich da auch nicht gefunden, was ähnlich dünn und noch stabiler war. Und mehr brauchte ich auch nicht. Also nahm ich das gleich mit.
Ich hatte letztens schon mit dem Bau eines Seifenschneiders angefangen, als ich noch dachte, das würde mit den Korken gehen. Da hatte ich die Seitenwände aus dem dicken Holz geschnitten und oben mit Silikon draufgeklebt und festgeschraubt. Die Lücke für den Draht gerade hinzukriegen war ein Ding der Unmöglichkeit, also grübelte ich weiter, bis ich dann auf die aktuelle Lösung kam. Die Seitenwände würden jeweils aus einem einzelnen Stück sein, in das ich einfach einen Schlitz einsägen würde, durch den später der Draht geführt werden könnte. Diese Seitenwände wurden einfach an das Bodenbrett genagelt. Ins Bodenbrett, auf der Höhe der Seitenwände, sägte ich noch einen Schlitz, den dem der Draht dann versinken kann, nachdem er komplett durch das jeweilige Seifenstück geschnitten hat.
Und heute wurde der Seifenschneider endlich mit meiner ersten OHP eingeweiht. Es funktioniert alles wie gedacht. Ich bin glücklich 😁
Mein Holz, das ich schon da hatte, war 18 mm dick. Der Stückwerker hat einen Innenraum von ca. 13 cm. Da wollte ich nicht nochmal knapp 4 cm abziehen, und nur 9 cm breite Seifen schneiden können. Also fuhr ich zum Baumarkt und wollte dünneres Holz für die Seitenwände kaufen. Ich wurde in der Restewühlkiste fündig. Da war ein Stück einer Art Schrankrückwand, ohne Preisschild. Ich fragte den Herren am Zuschnitt, und der klebte einfach einen 1-Euro Aufkleber drauf. Kurz bei den großen Stücken geguckt sah ich, dass das ein Schnäppchen ist. Und besseres Holz habe ich da auch nicht gefunden, was ähnlich dünn und noch stabiler war. Und mehr brauchte ich auch nicht. Also nahm ich das gleich mit.
Ich hatte letztens schon mit dem Bau eines Seifenschneiders angefangen, als ich noch dachte, das würde mit den Korken gehen. Da hatte ich die Seitenwände aus dem dicken Holz geschnitten und oben mit Silikon draufgeklebt und festgeschraubt. Die Lücke für den Draht gerade hinzukriegen war ein Ding der Unmöglichkeit, also grübelte ich weiter, bis ich dann auf die aktuelle Lösung kam. Die Seitenwände würden jeweils aus einem einzelnen Stück sein, in das ich einfach einen Schlitz einsägen würde, durch den später der Draht geführt werden könnte. Diese Seitenwände wurden einfach an das Bodenbrett genagelt. Ins Bodenbrett, auf der Höhe der Seitenwände, sägte ich noch einen Schlitz, den dem der Draht dann versinken kann, nachdem er komplett durch das jeweilige Seifenstück geschnitten hat.
Und heute wurde der Seifenschneider endlich mit meiner ersten OHP eingeweiht. Es funktioniert alles wie gedacht. Ich bin glücklich 😁
12.2.17
1. OHP Handseife - деда("Dedo", Opa)
Da mir meine letzten Seifen nicht so wirklich geglückt sind, wollte ich mich mal an einer OHP (Oven Hot Process) versuchen. Letzte Woche habe ich da etwas recherchiert. Am einfachsten geht das wohl mit einem sogenannten Crockpot/Schongarer/Slow Cooker. Kosename: Crocki. Alternativ im Ofen, am besten mit Glasdecke. Erstens hat mein Seifentopf keinen Glasdeckel, und zweitens ist er so hoch, dass er mit Deckel nicht in den Ofen passt. Auf dem Herd geht das wohl auch, aber dazu fand ich nur sehr wenig Information. Eine Quelle klang zu einfach, eine Quelle klang zu kompliziert, langwierig und energieverschwenderisch. Im Endeffekt nahm ich davon: Irgendwie machen, wird schon irgendwie Seife. Naja, genauer wollte ich es dann schon. Und schwupps, kam ein Crocki bei Ebay Kleinanzeigen rein. Da hatte ich mir vor einer Weile die Suche gespeichert, es gab nur bisher keinen. Sofort angeschrieben, und kurze Zeit später hatte ich recherchiert, dass es wirklich einer ist, wie ich ihn haben möchte, neuwertig, und zu einem unschlagbar günsigen Preis. Ich machte fast Luftsprünge vor Freude 😁 Zeit und Ort waren ausgemacht, jetzt hieß es warten. Ich recherchierte nun noch genauer, wie das mit dem Crocki richtig geht. Glücklicherweise gab es ein schönes Tutorial im seifen4um (klick). Am Freitag holte ich dann noch schnell Buttermilch, die wollte ich darin versenken.
Erstmal zum üben wollte ich ein Rezept nehmen, das so einfach wie möglich ist. Olivenöl mag ich sowieso, davon sollte viel rein. Also Hälfte davon. Die andere Hälfte sollte aus festen Fetten bestehen. Also nahm ich Sheabutter und Babassuöl.
Die Grundseife soll schon leicht überfettet sein, um bloß keinen Laugenüberschuss zu haben. Da wählte ich 2%. Bei OHP (in meinem Fall eher eine CHP - Crocki Hot Process, oder? 😂 ) macht man erst die Seife fertig, indem man sie anrührt und dann erwärmt, bis sie durchverseift ist. Danach besteht sie schon den sogenannten "Küsschentest". Dann überfettet man sie noch weiter, und kann nun schöne Öle/Fette nehmen, die in einer CP (Cold Process) vielleicht zu schade wären, weil man da ja nicht weiß, auf welche Fette sich die Lauge stürzt, und welche am Ende noch unverseift übrig bleiben. Zusätzlich zu diesem Überfettungsfett gibt man für gewöhnlich (manche verzichten darauf) noch ein Sauermilchprodukt dazu, um die Seife, die ja fertig ziemlich fest ist, wieder fließfähiger zu machen. Das ganze erwärmt man auf Seifentemperatur (ca. 80 Grad) im Wasserbad, um die Seife nicht Schockabzukühlen. Dann gibt man das zur fertigen Seife und rührt was das Zeug hält, bis es wieder etwas geschmeidiger wird und in die Form gegeben werden kann. Dann lässt man das ganze auskühlen und kann es theoretisch sofort verwenden. Allerdings lässt man es normalerweise erst noch etwas trocknen, dass das Wasser verdunsten kann, und sie sich nicht so schnell aufbraucht.
Das Rezept ist also folgendes:
500g GFM
50% (250g) Olivenöl
25% (125g) Babassuöl
25% (125g) Sheabutter
140g destilliertes Wasser
NaOH für 2% Überfettung
Zugaben: 10% (50g) Babassuöl, 10% (50g) Olivenöl, 10% (50g) Buttermilch
Kostenpunkt: 8,22 Euro
So, soweit zur Theorie. Starten wir.
Zur Berechnung des NaOH habe ich also erstmal das Überfettungsfett ignoriert, und in den Seifenrechner nur meine 50% Olivenöl, 25% Babassuöl und 25% Sheabutter eingegeben. Ich wollte in dieser Grundseife 2% Überfettung, nur als Sicherheitsspanne haben. Zur Überfettung wollte ich dann nochmal 10% Olivenöl und 10% Babassuöl zugeben. Ich plante 500g GFM, davon 2% Überfettung sind 10g, dazu nochmal 20g Oliven- und Babassuöl sind insgesamt 610g Fett. 110g dieser 610g sind zur Überfettung. Damit ergibt sich eine Gesamtüberfettung von 18%. Das soll ein Pflegeschätzchen werden 😊 .
Als erstes maß ich wieder die Fette ab und schmolz sie. Ich maß das Olivenöl und gab es zu den geschmolzenen Fetten. Ich bereitete die Lauge zu und ließ alles abkühlen. Zwar ist die richtige Temperatur bei OHP nicht so wichtig, man kann das wohl auch "heiß" verarbeiten, aber ich wollte quasi CP nochmal üben. Also ließ ich alles abkühlen, bis die Fette auf 30 Grad waren. Die Lauge war nun etwa bei 37 Grad. Ich kippte die Lauge in die Fette, rührte viel mit dem Pürierstab und gab ab und zu kleine Mixstöße. Beim ersten Mixstoß wurde es schon wieder dick, ich dachte so, das kann nicht sein! Aber beim weiteren rühren wurde es wieder brav, wurde cremig und homogen. Insgesamt brauchte es nicht viele Mixstöße, aber ich ließ es wieder schön cremig, puddingartig werden. Dann füllte ich es den Crocki-Topf und stellt den Crocki auf den erste Stufe. Das sollen so 80-90 Grad sein, optimal für OHP.
Nach einer Weile (ich habe nicht auf die Uhr geschaut, ne Stunde vielleicht) sah es ziemlich durchgeseift aus. Es sah nach einer gummiartigen Schicht aus, und an der Seite quoll eine Art weißer Schaum raus.
Als das so aussah, schmolz ich das Überfettungsbabassuöl, gab Olivenöl und Buttermilch dazu und erwärmte alles.
Die Buttermilch fing an, auszuflocken. Ich hoffe, das ist kein Problem. Ich rührte dann mit dem Schneebesen die Seife durch. Die war noch erstaunlich geschmeidig. Ich hatte einen einzigen Brocken erwartet. Dann gab ich das Öl-Buttermilch-Gemisch dazu, als es so auf 77 Grad etwa war.
Die Pampe war eigentlich recht geschmeidig, aber auch sehr flutschig. Es wollte kaum auf dem Silikonlöffel bleiben, und es haftete auch nicht aneinander. Es war recht schwierig, in der Form daraus eine glatte Masse zu machen. Ich bin gespannt, ob es nachher eine unbröselige Seife gibt.
Dann deckte ich das ganze mit einer Pappe ab und legte wieder meine Brigade Handtücher darauf, auf dass es langsam abkühle. Ich bin gespannt, wie es morgen aussieht, und ob es sich gut schneiden lässt.
So, heute (nächster Tag) früh konnte ich sie ausformen, aber sie war noch recht weich, sodass ich Angst hatte, damit nur meinen Seifenschneider zu verschmieren. Ich ließ sie also noch liegen. Abends zu Hause angekommen führte mein erster Weg ins "Seifenzimmer" 😂 Sie war nun fest genug, und ich schnitt sie. Das ging ganz gut von der Hand. Und vom Innenleben bin ich begeistert! Sie ist schön fest, kompakt, glatt. Keine Luftlöcher. Ich mag sie 😋
Nun zur Namensfindung: Die Seife hat eine recht rustikale Optik und ist oben schrumpelig. Außerdem musste ich während des Herstellungsprozesses viel an meinen Opa denken, weil er der einzige aus meiner Familie zu sein scheint, den mein neues Hobby freut. Er nannte mich liebevoll seine "kleine Seifensiederin". Ihm wollte ich die erste geglückte Seife schicken, und deshalb hoffte ich, diese würde es sein. Ihm wollte ich diese Seife also widmen. Und wie der Zufall so will, singen wir im Chor gerade ein Lied, dass da heißt "Ergen Dedo" (Ерген деда, googlet mal, voll lustig 😁 ). Dedo heißt so viel wie "Opa" oder "alter Mann". Und so war der Name klar.
Angewaschen ist sie auch schon (bei OHP geht das ja sofort *freu*). Der Schaum ist sehr cremig und kuschelig/flauschig. Ich hoffe, sie fettet auch genug nach.
Erstmal zum üben wollte ich ein Rezept nehmen, das so einfach wie möglich ist. Olivenöl mag ich sowieso, davon sollte viel rein. Also Hälfte davon. Die andere Hälfte sollte aus festen Fetten bestehen. Also nahm ich Sheabutter und Babassuöl.
Die Grundseife soll schon leicht überfettet sein, um bloß keinen Laugenüberschuss zu haben. Da wählte ich 2%. Bei OHP (in meinem Fall eher eine CHP - Crocki Hot Process, oder? 😂 ) macht man erst die Seife fertig, indem man sie anrührt und dann erwärmt, bis sie durchverseift ist. Danach besteht sie schon den sogenannten "Küsschentest". Dann überfettet man sie noch weiter, und kann nun schöne Öle/Fette nehmen, die in einer CP (Cold Process) vielleicht zu schade wären, weil man da ja nicht weiß, auf welche Fette sich die Lauge stürzt, und welche am Ende noch unverseift übrig bleiben. Zusätzlich zu diesem Überfettungsfett gibt man für gewöhnlich (manche verzichten darauf) noch ein Sauermilchprodukt dazu, um die Seife, die ja fertig ziemlich fest ist, wieder fließfähiger zu machen. Das ganze erwärmt man auf Seifentemperatur (ca. 80 Grad) im Wasserbad, um die Seife nicht Schockabzukühlen. Dann gibt man das zur fertigen Seife und rührt was das Zeug hält, bis es wieder etwas geschmeidiger wird und in die Form gegeben werden kann. Dann lässt man das ganze auskühlen und kann es theoretisch sofort verwenden. Allerdings lässt man es normalerweise erst noch etwas trocknen, dass das Wasser verdunsten kann, und sie sich nicht so schnell aufbraucht.
Das Rezept ist also folgendes:
500g GFM
50% (250g) Olivenöl
25% (125g) Babassuöl
25% (125g) Sheabutter
140g destilliertes Wasser
NaOH für 2% Überfettung
Zugaben: 10% (50g) Babassuöl, 10% (50g) Olivenöl, 10% (50g) Buttermilch
Kostenpunkt: 8,22 Euro
So, soweit zur Theorie. Starten wir.
Zur Berechnung des NaOH habe ich also erstmal das Überfettungsfett ignoriert, und in den Seifenrechner nur meine 50% Olivenöl, 25% Babassuöl und 25% Sheabutter eingegeben. Ich wollte in dieser Grundseife 2% Überfettung, nur als Sicherheitsspanne haben. Zur Überfettung wollte ich dann nochmal 10% Olivenöl und 10% Babassuöl zugeben. Ich plante 500g GFM, davon 2% Überfettung sind 10g, dazu nochmal 20g Oliven- und Babassuöl sind insgesamt 610g Fett. 110g dieser 610g sind zur Überfettung. Damit ergibt sich eine Gesamtüberfettung von 18%. Das soll ein Pflegeschätzchen werden 😊 .
Als erstes maß ich wieder die Fette ab und schmolz sie. Ich maß das Olivenöl und gab es zu den geschmolzenen Fetten. Ich bereitete die Lauge zu und ließ alles abkühlen. Zwar ist die richtige Temperatur bei OHP nicht so wichtig, man kann das wohl auch "heiß" verarbeiten, aber ich wollte quasi CP nochmal üben. Also ließ ich alles abkühlen, bis die Fette auf 30 Grad waren. Die Lauge war nun etwa bei 37 Grad. Ich kippte die Lauge in die Fette, rührte viel mit dem Pürierstab und gab ab und zu kleine Mixstöße. Beim ersten Mixstoß wurde es schon wieder dick, ich dachte so, das kann nicht sein! Aber beim weiteren rühren wurde es wieder brav, wurde cremig und homogen. Insgesamt brauchte es nicht viele Mixstöße, aber ich ließ es wieder schön cremig, puddingartig werden. Dann füllte ich es den Crocki-Topf und stellt den Crocki auf den erste Stufe. Das sollen so 80-90 Grad sein, optimal für OHP.
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| Feste Fette schmelzen |
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| Olivenöl |
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| Lauge |
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| Fette/Öl |
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| Fertig emulgierter Seifenleim in Crocki-Topf |
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| Crocki frisch angestellt |
Nach einer Weile (ich habe nicht auf die Uhr geschaut, ne Stunde vielleicht) sah es ziemlich durchgeseift aus. Es sah nach einer gummiartigen Schicht aus, und an der Seite quoll eine Art weißer Schaum raus.
Als das so aussah, schmolz ich das Überfettungsbabassuöl, gab Olivenöl und Buttermilch dazu und erwärmte alles.
Die Buttermilch fing an, auszuflocken. Ich hoffe, das ist kein Problem. Ich rührte dann mit dem Schneebesen die Seife durch. Die war noch erstaunlich geschmeidig. Ich hatte einen einzigen Brocken erwartet. Dann gab ich das Öl-Buttermilch-Gemisch dazu, als es so auf 77 Grad etwa war.
Die Pampe war eigentlich recht geschmeidig, aber auch sehr flutschig. Es wollte kaum auf dem Silikonlöffel bleiben, und es haftete auch nicht aneinander. Es war recht schwierig, in der Form daraus eine glatte Masse zu machen. Ich bin gespannt, ob es nachher eine unbröselige Seife gibt.
Dann deckte ich das ganze mit einer Pappe ab und legte wieder meine Brigade Handtücher darauf, auf dass es langsam abkühle. Ich bin gespannt, wie es morgen aussieht, und ob es sich gut schneiden lässt.
So, heute (nächster Tag) früh konnte ich sie ausformen, aber sie war noch recht weich, sodass ich Angst hatte, damit nur meinen Seifenschneider zu verschmieren. Ich ließ sie also noch liegen. Abends zu Hause angekommen führte mein erster Weg ins "Seifenzimmer" 😂 Sie war nun fest genug, und ich schnitt sie. Das ging ganz gut von der Hand. Und vom Innenleben bin ich begeistert! Sie ist schön fest, kompakt, glatt. Keine Luftlöcher. Ich mag sie 😋
Nun zur Namensfindung: Die Seife hat eine recht rustikale Optik und ist oben schrumpelig. Außerdem musste ich während des Herstellungsprozesses viel an meinen Opa denken, weil er der einzige aus meiner Familie zu sein scheint, den mein neues Hobby freut. Er nannte mich liebevoll seine "kleine Seifensiederin". Ihm wollte ich die erste geglückte Seife schicken, und deshalb hoffte ich, diese würde es sein. Ihm wollte ich diese Seife also widmen. Und wie der Zufall so will, singen wir im Chor gerade ein Lied, dass da heißt "Ergen Dedo" (Ерген деда, googlet mal, voll lustig 😁 ). Dedo heißt so viel wie "Opa" oder "alter Mann". Und so war der Name klar.
Angewaschen ist sie auch schon (bei OHP geht das ja sofort *freu*). Der Schaum ist sehr cremig und kuschelig/flauschig. Ich hoffe, sie fettet auch genug nach.
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| Erstes Mal schneiden mit meinem neuen Seifenschneider |
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| Die weißen Flecken sind geflockte Buttermilch. Stört mich aber nicht. |
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| Ich habe das mal mit farbigem Stempeln versucht ... ging völlig in die Hose 😁 |
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| Die ohne Lila haben auch Stempel, nur ohne Farbe ... kann man gleich weglassen. |
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| Sehr feiner, cremiger Schaum |
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